Bischof und Kloppo zu Gast in Lintel
Bild: Dresmann
Starker Auftritt der Landjugend: Sie brachte die Geschichte der Ecke Sagemüller anschaulich auf die Bühne.
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„Ihr könnt im nächsten Jahr gerne wiederkommen“, sagte Moderator Christian Stiens, als das Stadtprinzenpaar Rudi Falkenberg und Susanne Rüpp nach seiner Stippvisite die Bühne verließ und fügte hinzu: „Wenn ihr denn Karten bekommt.“ Denn rund zwei Drittel der rund 500 verkauften Tickets gehen an Linteler Bürger, „fast aus jeder Linteler Familie ist jemand hier“, war zu hören. Und so konnte sich jeder sicher sein, auch sein Fett weg zu bekommen. Stiens, Frenser, Verhoff und wie sie alle heißen, zu jedem war ein Witz geschrieben, eine Pointe oder gleich ein ganzes Lied vorbereitet worden. Denn die Urgesteine des Ecken-Karnevals, die Eckensänger, hatten im Lauf des Jahres wieder so einige Hits gekonnt auf ihr 1500-Einwohner-Dorf umgemünzt.

Bischof nimmt Bad in der Menge

Eine Hommage gab es nicht nur an Karnevalsprinzessin Carola Pfahlert, die in diesem Jahr zusammen mit Ralf Schöppner die Ecke regiert („Sweet Caroline … doch wer ist der Kerl an deiner Hand“), sondern auch für den im vorigen Jahr zurückgetretenen Präsidenten Bernhard „Stacho“ Hansmeier. „Wir werden nie vergessen, was wir haben an dir besessen“, war aus den Goldkehlen der gestandenen Linteler zu hören, und das sorgte bei Hansmeier für feuchte Augen. Aber auch auf Hof Voltmanns neuen Fendt und natürlich auf Eckes Lieblings-Lästeropfer Heiner Frenser gingen die Starsänger ein. „Ich bin Heiner mit der schönen klaren Stimme, ich singe überall, sogar an der Pinkelrinne.“ Mitgebracht hatten die Eckensänger auch einen Stargast, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. In seiner goldenen Badewanne ließ er sich durch Voltmanns Halle tragen und nahm erstmal ein Bad in der Menge. Tebartz, alias Rampensau Hendrik Wortmann, war in bester Stimmung und warf mit dem Geld nur so um sich. Abschließend sangen sie alle zusammen: „Heute rockt die Ecke, Lintel geht an die Decke.“ Gerockt hat auch die Landjugend. In Sachen Musik und Mode erzählten die Mitglieder die Geschichte der Ecke Sagemüller von 1928 bis heute. Die reichte vom Rock der 1930er-Jahre über Schlaghosen, Abba und Rocky der 60er bis hin zu Flashdance, Nena und Helene Fischer. Respekt, Lintel.

Spargelgenuss und Trainerlob

Einen genauen Blick auf Lintel hat neuerdings auch er: Dortmund-Trainer Jürgen Klopp. „Ich hatte mal wieder so einen Wutanfall. Für die Sozialstunden hat man mich jetzt hierhin geschickt“, wusste Johannes Deitert in seiner Rolle als BVB-Coach zu berichten. Bereits nach seinen ersten Tagen im Dorf wusste Kloppo: „Die Arme der Linteler sind alle gut trainiert. Das muss vom Keulenwerfen kommen.“ Aber auch die Großstädte der Republik können nach Meinung des Bundesligatrainers noch von Lintel lernen. Um den Flughafen in Brandenburg endlich fertig zu stellen, könne es nur eine Lösung geben: die Bühnenbausenioren der Ecke, „das sind die besten Ingenieure.“ Besten Linteler Spargel, „begossen nicht nur von Regen, sondern auch von Verhoffs Partygästen“, bekommt man natürlich nur in Lintel. Ordentlich Werbung für sein Dorf machte der amtierende Thron rund um Prinz Ralf und Prinzessin Carola. Zahlreiche Firmen und Vereine wurden von der Throngesellschaft mit auf sie zugeschnittener Werbung bedacht. Zum Finale der Fernsehwerbung im närrischen Treiben wurde, einer großen Baumarktkette nachempfunden, die Werbetrommel für den Gastgeber, die Tischlerei Voltmann, gerührt. Frei nach dem Motto: „Wie, wo, was, weiß Volti.“

Stählerne Körper und spanische Klänge

Die Eckengirls, 16 Mädels aus dem Dorf, zeigten eine Choreografie, die den tänzerischen Gästen des WCV aus Wiedenbrück in nichts nachstand. Trainiert wurden sie von Bärbel Stiens, Nina Voltmann und Maren Laukötter. Seit jeher bei der Choreografie ganz vorne mit dabei sind die Eckentänzer. Sie bewegten ihre laut Moderator Stiens „stählernen Körper“ zu Soundtracks von „Top Gun“ und „We Will Rock You“ In Lederjacke und mit Ganzkörpertatoo ernteten sie minutenlangen Applaus. Nicht weniger Beifall gab es auch für die Landfrauen. Ihre Choreografie war in Schwarzlicht getaucht.

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