Bisher kein bestätigter Horrorclown-Fall
Bild: Nienaber
Schluss mit lustig: Zu Polizeieinsätzen wegen Horrorclowns ist es in Rheda-Wiedenbrück bislang nicht gekommen. Der Wahrheitsgehalt entsprechender Internet-Einträge über böse Clowns, die in der Stadt ihr Unwesen treiben sollen, sei höchst zweifelhaft.
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Die Hysterie um Horrorclowns, die Angst und Schrecken verbreiten, hat inzwischen auch die Doppelstadt an der Ems erreicht. Immer wieder machen entsprechende Gerüchte die Runde – zumeist über das Internet.

Panikmache im Internet

Die Polizei sei wachsam, erklärt Pressesprecher Karl-Heinz Stehrenberg auf Nachfrage der „Glocke“, gibt zugleich aber vorerst Entwarnung: Bislang gebe es im gesamten Kreis Gütersloh keinen einzigen bestätigten Fall, bei dem ein sogenannter böser Clown Passanten belästigt oder sogar bedroht habe.

Stehrenberg rät dringend davon ab, den über Facebook und Co. von zumeist namenlosen Nutzern verbreiteten Meldungen Glauben zu schenken. Bisher entbehrten diese Einträge – zumindest im Kreis Gütersloh – jeglicher Grundlage. Aus Sicht der Polizei sind die online veröffentlichten Falschbehauptungen ärgerlich, denn: „Die Bürger werden ohne Not beunruhigt“, betont Karl-Heinz Stehrenberg. Einige Internetnutzer machten sich ganz offensichtlich auf Kosten anderer einen üblen Scherz daraus, ihre Mitmenschen mit wirren Behauptungen oder vermeintlichen Fotobeweisen zu verunsichern. „Weder in Rheda-Wiedenbrück, noch andernorts im Kreisgebiet ist es bis heute zu einem Einsatz wegen eines Horrorclowns gekommen“, stellt der Polizeisprecher klar.

Thema in aller Munde

Auch wenn die Online-Meldungen über angebliche Clown-Sichtungen in der Doppelstadt nichts als heiße Luft sind, ist das Thema in aller Munde. Das kann Claudia Mieszala vom Jugendhaus St. Aegidius in Wiedenbrück bestätigen. „Unsere Treffbesucher sprechen regelmäßig darüber.“ Während einer Diskussionsrunde hätten die Jugendlichen das Verhalten von Horrorclowns scharf verurteilt. Claudia Mieszala: „Eigentlich sind Clowns Sympathieträger. Dass das Bild des Spaßmachers jetzt von einigen Zeitgenossen dazu missbraucht wird, um Menschen zu erschrecken, können unsere Besucher nicht nachvollziehen.“ Alle seien sich einig, dass derartige Attacken mehr sind als ein Dummer-Jungen-Streich.

Gewalttätige Übergriffe in Frankreich

Seit Wochen werden bundesweit immer wieder Fälle bekannt, in denen als Clowns verkleidete Personen unvermittelt Passanten einen Schrecken einjagen. In München soll am Freitag ein Horrorclown einen Zehnjährigen mit einer Axt verfolgt haben. In Frankreich kam es bereits 2014 sogar zu gewalttätigen Übergriffen.

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