Blick in die Ems verheißt wenig Gutes
Bild: von Stockum
Jede Menge Dreck: Der Blick in das Wasser der Ems verheißt nichts Gutes. Die Wasserqualität gilt als denkbar schlecht.
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Das Abwasser, das über die Anlage in den Fluss gepumpt wird, ist nämlich immer noch so angereichert mit Mikroschadstoffen, dass insbesondere Trinkwasserversorger Alarm schlagen. Von „Vorsorgepflicht“ und „Gesundheits- und Umweltschutz“ spricht der Leiter des städtischen Eigenbetriebs Abwasser, Wolf-Uwe Schneider, im Zusammenhang mit einer wahrscheinlichen Millioneninvestition auf der Kläranlage an der Marienfelder Straße in Rheda. Knapp fünf Millionen Euro soll die neue Reinigungsstufe zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen und Spurenstoffen kosten, die die bereits existierenden Stufen unbeschadet überstehen. War eine Inbetriebnahme zunächst für 2016 avisiert worden, dürfte es jetzt deutlich später werden: Das verantwortliche Gremium, der Betriebsausschuss im Rat der Stadt Rheda-Wiedenbrück, will sich noch weiter beraten. Spätestens im Juni muss aber eine Entscheidung gefällt sein.

Vierte Stufe kostet fünf Millionen Euro

Untersuchungen der Ems haben gezeigt, dass die Wasserqualität zwischen Rietberg und Warendorf besonders schlecht ist. Mitverantwortlich dafür sind die Einleitungen der Klärwerke. Mit den vorhandenen Mitteln lässt sich das Wasser nicht so weit reinigen, wie es eigentlich erforderlich wäre. Eine vierte Stufe müsste her, die mit fünf Millionen Euro zu Buche schlagen würde, wobei die Landesregierung 70 Prozent der Kosten übernimmt. Einige Betriebe in der näheren Umgebung haben bereits solche Anlagen installiert, andere zögern – so wie Rheda-Wiedenbrück.

Stoffe landen im Trinkwasser

Besonders unappetitlich: An zahlreichen Stellen wird aus dem Uferfiltrat der Ems Trinkwasser gewonnen – im Rhedaer Forst, in Harsewinkel und in der Warendorfer Bauerschaft Vohren. Die Stadtteile Batenhorst und St. Vit werden ausschließlich durch die Wasserversorgung Beckum aus dem Wasserwerk Vohren mit Trinkwasser beliefert, für Rheda wird in Vohren gefördertes Wasser beigemischt.

Keine gesetzliche Pflicht

Die Landesregierung will eine umfassende Verbesserung der Wasserqualität erzielen. Aktuell wird der gute ökologische Zustand jedoch in 90 Prozent der Gewässer in Nordrhein-Westfalen nicht erreicht. Eine gesetzliche Pflicht gibt es (noch) nicht.

Mehr zum Thema erfahren unsere Leser in der Rheda-Wiedenbrücker Samstagsausgabe (14. März 2015) der „Glocke“.

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