Combo spielt brav Beatles-Lieder
Bild: Daub
„The Cavern Beatles" erinnerten im Reethus an vergangene Zeiten.
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 „The Cavern Beatles auf European Jubilee Tours“: die vollmundige Ankündigung einerseits, die harte Reality-Show von vier blassen Großstadtgesichtern andererseits. Die vier Musiker, die ihren Vorbildern aus Liverpool ähnelten, standen am Dienstagabend auf einer Kleinstadtbühne: „Yeah, yeah, yeah“. Welcome im Reethus, 17 von 18 Reihen sind gefüllt, 460 Zuschauern mögen es sein. Das Publikum erkennbar in zwei Lagern: Fans der ersten Stunde vor allem in den vorderen Reihen, neugierige Jüngere, ab Jahrgang 1970, im Mittelparterre. Alle in Erwartungsstimmung. Die gipfelt nach zwei Stunden in einer entspannten Konzertatmosphäre. Von der Rage, in die Zuschauer vor fünf Dekaden beim Anblick von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr versetzt wurden, keine Spur. Und von einer „neuen Beatlemania“, wie sie gern in Pressetexten zum Leben erweckt werden soll, kann wirklich nicht die Rede sein. Was zu sehen ist an diesem Abend, sind vier blasse Jungen, die das Nostalgiebedürfnis ihres Publikums bedienen, doch den Hunger nach Authentizität nicht zu stillen vermögen.

Musikalisches und stimmliches Handwerk beherrscht

Wer die frechen Liverpool-Lümmel von einst noch im Gedächtnis hat, erlebt diese Möchtegern-Lichtgestalten wie Androiden, Lichtjahre von der Wahrheit entfernt. Ein bisschen Glücksgefühl spürt der, der die Augen schließt und „Yesterday“ mit Erinnerungen zu verbinden sucht, etwa – „das war doch 1967, Februar, als ich mit Inge im Café saß…“ Wie viele mögen es gewesen sein, die einzig wegen solcher an die einstigen Beatles gekoppelten Erinnerungen gekommen sind? Aufgrund der Liebe zu den Originalen fanden wohl viele Zuschauer, dass die „Cavern Beatles“ ihr musikalisches und stimmliches Handwerk beherrschten, Steve White etwa, der den Bass linkshändig-locker spielt wie sein Idol Paul McCartney. Und deshalb geizte man am Ende der zweieinhalbstündigen Hommage nicht mit freundlichem Applaus für ein Remake, das genau so wenig heftig ausartete wie das Temperament der Musiker. Das Konzert erinnerte an frühere Auftritte einer überzeugenderen Coverband, die „Revival Beatles“ aus Frankfurt. Aber die sind auch in die Jahre gekommen.

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