Corona-Tests bei Tönnies gestartet
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Beim Fleischwerk Tönnies werden seit Montag die Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet.
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Mit ersten Ergebnissen rechnet das Unternehmen nicht vor dem heutigen Dienstagabend. Der Kreis Gütersloh teilt mit: „Die ersten Ergebnisse werden bereits in den nächsten Tagen erwartet.“ Hintergrund der Untersuchungen ist die Häufung von Coronainfizierten in einem Fleischunternehmen in Coesfeld. Aufgrund dessen hatte das Land NRW angeordnet, dass sämtliche Mitarbeiter der Schlachtbetriebe in NRW getestet werden müssen.

„Von den Großen zu den Kleinen“

Im Kreis Gütersloh sind es 16 an der Zahl, fünf davon große Unternehmen. Dem Start am Montag war tags zuvor eine Krisenstabssitzung des Kreises Gütersloh mit Vertretern der Bezirksregierung, der Firma Tönnies und der Stadt Rheda-Wiedenbrück vorausgegangen. Dessen Leiter Thomas Kuhlbusch hatte erklärt, dass man „risikoorientiert“ vorgehen und sich „von den Großen zu den Kleinen“ vorarbeiten wolle. Der Anfang wurde nun mit dem größten Betrieb gemacht. Wie der Kreis im Lauf des Montags mitteilte, komme man so zügig voran, dass an dem Tag die Zielmarke von 800 Werktätigen angepeilt werde.

Rettungsdienst im Einsatz

Es sollen alle Mitarbeitenden inklusive der Werkvertragsarbeitnehmer in sämtlichen 16 Unternehmen schnellstmöglich flächendeckend unter die Lupe genommen werden, „um bei positiven Tests die Infektionsketten durch geeignete Maßnahmen konsequent unterbrechen zu können“. Sobald bei Tönnies die Testungen abgeschlossen sind, folgen die weiteren Schlachtbetriebe. Die Vorbereitungen und Planungen dazu liefen bereits. Nach Angaben des Kreises sind elf Mitarbeiter aus seinem Rettungsdienst im Einsatz. Diese werden von 14 Mitgliedern des Deutsches Rotes Kreuzes, des Malteser Hilfsdiensts und des Technischen Hilfswerks unter Aufsicht eines Arztes bei der Testdurchführung unterstützt.

Arbeitsabläufe so wenig wie möglich stören

Tönnies hat die Räume – sie befinden sich laut Vielstädte zwischen den Umkleiden und dem Produktionsbereich – zur Verfügung gestellt. Damit die Arbeitsabläufe so wenig wie möglich gestört werden, habe man versucht, die Tests auf den Zweischichtbetrieb und die damit einhergehenden Wechsel abzustimmen, so dass bis in die Abendstunden untersucht werde.

Der Auftakt der Tests ist laut Vielstädte mit den Mitarbeitern in der Abteilung Schlachtung gemacht worden. Gemäß der Risikoorientierung würden weitere Abteilungen wie etwa die Schweine- und Rinderzerlegung folgen. Insgesamt seien am Standort Rheda 6500 Mitarbeiter beschäftigt. „Wir zeigen uns offen“, unterstrich er, dass Tönnies darauf vorbereitet sei, falls das Amt in den nächsten Tagen konsequent alle Beschäftigten durchtesten wolle.

Bislang keine Verbindung zur Fleischindustrie

Der Firmensprecher betonte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass es bei den kreisweit 23 labortechnisch bestätigten Coronainfizierten (Stand Sonntag) keinerlei Verbindung zur Fleischindustrie gebe. Zudem rief er in Erinnerung, dass Tönnies während der Zeit des Lockdowns dazu aufgefordert worden sei, als systemrelevantes Unternehmen weiterzuarbeiten. „Das haben wir gemacht.“ Am Montag sind auch Untersuchungen der Werkvertragsarbeiterunterkünfte durch Bezirksregierung und Stadt Rheda-Wiedenbrück aufgenommen worden.

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