Da staunt der Stadtschützen-Kassierer
Bild: Wieneke
Pokal-Ehrung bei den Stadtschützen in Rheda: (v. l.) Schießoffizier Ewald Bocks, Heinrich Puls (Neujahrspokal), Königin Meike Rüping und Oberst Detlef Klott.
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103 stimmberechtigte Mitglieder wohnten der Jahreshauptversammlung der Stadtschützen zu Rheda von 1833 im Schießheim am Werl bei. Die Sitzung unter Leitung von Oberst Detlef Klott umfasste einige brisante Punkte rund um die Finanzen des Traditionsvereins. Im Kassenbericht zeigte Heiko Lewe unmissverständlich auf, dass aus seiner Sicht eine Beitragserhöhung unumgänglich sei. Bereits 2008/2009 habe er schon darauf hingewiesen.

Defizite mit Schützenfesten

Während die Mitgliederzahlen mit aktuell 576 (2009 waren es 575) konstant sind, laufen den Stadtschützen die allgemeinen Kosten weg. Während bei den Winterfesten eine „schwarze Null“ oder ein geringer Überschuss erwirtschaftet wird, schlagen die Schützenfestein ein kräftiges vierstelliges Minus um. Zudem fällt der Zuschuss des Festwirtes in diesem Jahr auch noch geringer aus. Deshalb hatte der Vorstand zur Hauptversammlung zwei Anträge vorgelegt: Zum einen soll durch Satzungsänderung die generelle Beitragsfreiheit für zukünftige Ehrenmitglieder gestrichen und der Beitrag von 30 auf 40 Euro für alle Mitglieder ab 18 Jahren erhöht werden.

Beitragsbefreiung eingeschränkt

 Stellvertretender Vorsitzender Heinz-Jürgen Ortmeyer erklärte zum ersten Antrag, dass alle Mitglieder, die das 75. Lebensjahr erreicht haben und mindestens 25 Jahre dem Verein gehören, generell zum Ehrenmitglied ernannt würden und somit keinen Beitrag zu zahlen haben. Aufgrund der demografischen Veränderung bedeute das für die Stadtschützen immer höhere Kosten. An den Verband und die Sporthilfe seien allein 8,60 Euro je Mitglied zu zahlen. „Das können wir nicht mehr finanzieren, wir müssen auch von diesem Personenkreis einen Beitrag entsprechend der Sozialregelung für Rentner erheben“, lautete die Vorstandmeinung. Nach heftiger, aber stets fairer Diskussion wurde die Satzungsänderung mit 77 Ja-Stimmen angenommen. Im Rahmen der Diskussion um die beantragte Beitragserhöhung gingen die Mitglieder einen Schritt weiter als vom Vorstand vorgeschlagen. Für eine Anhebung des Jahresbeitrags auf 42 Euro stimmten 90 Mitglieder.

Klott: „Werlkönig keine Belastung“

Der Oberst der Rhedaer Stadtschützen, Detlef Klott, nahm in seinem Jahresbericht das Thema „Werlkönig“ in den Blick, ist diese Immobilie doch im Eigentum des Schützenvereins. 1998 war die damals marode Werl-Turnhalle zum symbolischen Preis von einem Euro von der Stadt gekauft worden. „Mit Herzblut und den fleißigen Händen vieler Schützen sowie dem Verkauf von Bausteinen und mit Unterstützung vieler Sponsoren ist ein gutes Objekt geschaffen und 2000 eingeweiht worden“, sagte Klott.

Nach einem guten Start hätten die Probleme begonnen mit mehreren Pächterwechseln aufgrund einer allgemein schlechten Lage für die Gastronomie. Zum 1. Januar 2011 sei es dem Vorstand gelungen, langfristige Pachtverträge für den Saal, den Restaurantbereich und die Wohnung abzuschließen. Der Verein sei so in der Lage, das Objekt zu erhalten, die monatliche finanzielle Last zu tragen und zudem notwendige Rücklagen für zukünftige erforderliche Investitionen zu tätigen. „Der ,Werlkönig‘ birgt keine Risiken für den Schützenverein, das Objekt gehört dem Verein und verbleibt bei ihm“, versicherte der Oberst.

„We‘re Running For Kids“ am 17. April

Die Berichte der Vorstandsmitglieder zeugten von einem regen Vereinsleben. Sportlich geht es nach umfangreichen Renovierungsarbeiten im Kleinkaliber-Schießstand aufwärts, und die Erfolge sind sehr gut. Die Jugendabteilung als eine tragende Säule der Stadtschützen wird mit großen Engagement betreut. Der zweite Sponsorenlauf „We’re Running For Kids“ findet am 17. April von 11 bis 18 Uhr am Schießheim statt. Ein unter dem Motto „Wir treffen uns“ veränderter Freitagabend zum Start des Schützenfestes 2011 soll das Fest für alle attraktiver machen – für die Stadtschützen ebenso wie für die Bürger und die Gäste.

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