Den Dialog mit der KHW abgelehnt
In einem Brief kritisiert die Initiative Rheda erneut die Absicht der KHW, auf dem Parkplatz an der Bleichstraße einen Büro- und Wohnkomplex zu errichten.

Gleichzeitig erteilt sie dem Wunsch des Investors (Kommunale Haus und Wohnen), mit den Kritikern und anderen Bürgern in den Dialog treten zu wollen, eine Absage. Diesen führe man lediglich mit der Stadtverwaltung. „Denn schließlich entscheiden sie und die Politik entscheiden darüber, was hier realisiert wird?“ 

Fremdkörper in der City

Reker spricht von einem Fehler, den man Gefahr laufe, zu wiederholen. Schließlich seien in den vergangenen Jahrzehnten schon genug fragwürdige Vorhaben realisiert worden, die dem Ortsteil schaden. „Man denke nur an den Abriss des schönen Rawe-Verwaltungssitzes und der darauffolgenden Neubebauung, die heute ein sozialer Brennpunkt ist und das Erscheinungsbild des Eingangs nach Rheda von Gütersloh aus prägt.“ In der Folge sei „das historisch wertvolle Drostenhaus dahinter verschwunden und zu guter Letzt von einer Parkpalette eingezwängt“ worden. 

Auch das Rathaus wirke wie in Fremdkörper in einer kleinteiligen City, sagt Reker. „Hätte sich nicht die Bürgerinitiative Altstadt gebildet, um den weiteren Abriss zu stoppen, wäre der historische Kern heute ganz verschwunden.“ Die viel zu groß geratene Fußgängerzone mit dem Abkneifen des Verkehrs von der Oelder Straße aus hat ihr zufolge das Sterben des lokalen Handels eingeläutet. „Auch die Neugestaltung hat das nicht mehr aufhalten können.“ Man sei eben keine Großstadt, „wo das so vielleicht funktioniert“. Margret Reker listet noch zwei weitere „architektonischer Fehlleistungen“ auf: das Haus mit hellrotem Klinker und grasgrünen Fenstern am Doktorplatz sowie das Ensemble an der Schulte-Mönting-Straße, wo einst Aldi war.

Bäume erhalten

Reker fragt, warum stets externe Planer tätig werden. Heimische Architekten seien „bestimmt sehr viel sensibler“. Man werde sich mit aller Kraft gegen das KHW-Vorhaben stemmen. Auch, um die Bäume zu erhalten. Das Argument, es entstünden dort bezahlbare Wohnungen, zieht in ihren Augen nicht. „Sie können mit gutem Willen an vielen andern Stellen gebaut werden.“

Architektonische Fehlleistungen

Bekanntlich plant die KHW, ihren Unternehmenssitz vom Reckenberg in Wiedenbrück nach Rheda zu verlegen. In dem neuen Komplex an der Bleichstraße sollen außer Geschäftsräumen bis zu 14 Wohneinheiten entstehen, zudem würden durch die Verlagerung am Neuen Werk vier weitere Einheiten frei. Allerdings würde das Objekt als Aufschlag zur Quartiersentwicklung im Rahmen des Isek auf einem Parkplatz in kommunaler Hand entstehen, der aktuell bis zu 55 Fahrzeuge fasst. Dass die KHW vorschlägt, das Gros durch den Bau einer zweistöckigen Tiefgarage zu kompensieren, überzeugt die Kritiker nicht. Sie haben sich unlängst zur Initiative „Kein Klotz“ zusammengeschlossen und plädieren für eine Beibehaltung des Status quo. „Wir werden Alternativen vorstellen, die den Baumbestand schützen“, kündigt Margret Reker an.

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