Denkmalschützerin Sissi mit Weitblick
Ihr Beispiel soll Schule machen: 30 preisgekrönte ehrenamtliche Denkmalschützer aus der Region Westfalen-Lippe haben sich am Mittwoch auf Schloss Rheda getroffen. Gastgeber dieses mittlerweile fünften Jahrestreffens waren Sissi Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Unser Bild zeigt (v.l.) Maximilian Prinz zu Bentheim-Tecklenburg, seine Mutter Sissi, Dr. Holger Mertens, Dr. Barbara Pankoke und Dr. Oliver Karnau vom LWL sowie Rheda-Wiedenbrücks Bürgermeister Theo Mettenborg.

Im Mittelpunkt der seit 2008 auf Initiative des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) jährlich stattfindenden Zusammenkunft stand Sissi Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg. Sie war 1979 als erste DNK-Preisträgerin aus Westfalen mit der „Silbernen Halbkugel“ ausgezeichnet worden. Damit würdigte das Nationalkomitee das Engagement der Fürstin für die Denkmalpflege.

Daran, dass ihr Herz noch heute für historische Gebäude schlägt, ließ die 80-Jährige am Mittwoch keine Zweifel. „Denkmal- und Umweltschutz hängen für mich untrennbar zusammen“, unterstrich Sissi Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg. „Man muss beides als Einheit verstehen und dafür kämpfen.“

Das tat sie, als sie Ende der 1970er-Jahre zu den Gründungsmitgliedern der Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU) im Kreis Gütersloh gehörte, und sich zuvor ab 1969 sukzessive gemeinsam mit ihrem Ehemann Moritz Casimir Fürst zu Bentheim-Tecklenburg um den Erhalt und die Instandsetzung des Rhedaer Adelssitzes kümmerte. „Damals waren alle Zimmer des Schlosses weiß und leer, es gab keine Möbel, an den Wänden hingen keine Bilder“, erinnerte sich die Trägerin der „Silbernen Halbkugel“. Mit der Neugestaltung der vier Tapetenzimmer habe sie seinerzeit den Grundstock für die spätere Restaurierung des gesamten Schlosses und der dazugehörigen Gebäude gelegt. „Die Tapeten haben wir von einem fantastischen Atelier in Frankfurt am Main anfertigen lassen, das auch mit der Renovierung des Goethe-Hauses beauftragt worden war“, berichtete die Fürstin.

Ein weiterer Wendepunkt sei für sie die Zeit der Landesgartenschau 1988 gewesen, als sie ihren Mann Moritz Casimir davon überzeugen konnte, zurück auf Schloss Rheda zu ziehen. Bis dahin lebte die Adelsfamilie auf dem Witwensitz der Rhedaer Fürsten im Weiler Bosfeld.

Die Entscheidung, den bis dahin leerstehenden Renaissance-Flügel des Schlosses zu beziehen, habe ihre Familie nie bereut, unterstrich Sissi Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg am Mittwoch im Beisein der anderen DNK-Preisträger aus Westfalen-Lippe. Schloss und Fürstenfamilie – das habe auch aus Sicht der Bevölkerung stets zusammengehört. „Die Freude über unsere Rückkehr war entsprechend groß.“

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