Die richtige Adresse in Erziehungsfragen
Bild: Werneke
Eine erste Anlaufstelle für ihre Fragen und Sorgen finden junge Menschen und Familien im neuen städtischen Fachbereich „Jugend, Bildung und Sport“. Innerhalb des „Allgemeinen Sozialen Dienstes“ stehen acht Mitarbeiter im pädagogischen Bereich mit Rat und Tat zur Seite. Zu ihnen gehören Tobias Heimann und Petra Winkelsträter.
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Das Team ist im pädagogischen Dienst des neuen städtischen Fachbereichs „Jugend, Bildung und Sport“ im Rathaus Rheda tätig. Dessen Arbeitsfelder stellt „Die Glocke“ in ihrer Serie „Jugendamts-ABC“ vor. „Sitzt mein Kind zu lange vorm Computer?“ Für die besorgt fragende Mutter haben die acht Mitarbeiter ebenso ein offenes Ohr wie für den Jugendlichen, der verzweifelt darauf beharrt: „Ich gehe auf keinen Fall wieder nach Hause.“ Vieles lasse sich über ein beratendes Gespräch regeln, berichtet Jugendamtsleiterin Reinhild Birkenhake. Manchmal werde nur jemand gebraucht, der die Dinge von außen betrachtet, weiß Mitarbeiter Tobias Heimann. Dann bemerken Eltern vielleicht erst, dass ihr Kind deshalb keine Freunde hat, weil es mit Terminen überfrachtet ist. In einem gemeinsamen Gespräch mit allen Familienmitgliedern können Ziele vereinbart und überprüft werden, damit das Familienleben künftig besser klappt.

Bunter Strauß an Hilfen

Nicht immer ist die Lösung so einfach. „Ich habe einen Strauß an Hilfen und versuche, die passende Blume herauszuziehen“, veranschaulicht Petra Winkelsträter, dass auch vielfältige Unterstützung unter Einbeziehung weiterer Einrichtungen und Anbieter, angefangen vom Psychologen bis hin zur Schuldnerberatung, möglich ist. Eine Familienpflegerin ist zum Beispiel eine gute Wahl für eine Messie-Familie mit Kind. Die Helferin bleibt eine zeitlang im Haushalt, räumt mit auf und zeigt, wie künftig Ordnung gehalten werden kann. „Nichts ist so aufwändig wie Trennungsangelegenheiten und Scheidungsberatung“, berichtet Reinhild Birkenhake, die zuvor beim Kreis Gütersloh tätig war, aus dem Arbeitsalltag. Nicht selten würde der Nachwuchs instrumentalisiert, oft werde um die Besuche und deren Modalitäten gestritten: „Wer bekommt das Kind zu Weihnachten?“ heißt es dann. Besonders schwierig wird es, wenn sich beide Partner nicht begegnen wollen. Es sei „Kreativität gefordert“, um eine Lösung zu erarbeiten, die alle gut finden, erklärt Petra Winkelsträter. Ein Beispiel dafür ist die Vereinbarung, dass das Kind mit einem Übergabebuch zur Oma gebracht und dort abgeholt wird. Lässt sich keine einvernehmliche Lösung finden, kann das Familiengerichtsverfahren die nächste Stufe sein, und die Jugendamtsmitarbeiter werden um ihre Stellungnahme gebeten.

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