Digitale Angebote für  junge Leser
Bild: Werneke
Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadtbibliothek Rheda-Wiedenbrück sehen (v. l.) Professorin Ragna Seidler-de Alwis, Bibliotheksleiterin Julia Bultmann sowie Dirk Kursim und Uwe Henkenjohann vom Aufsichtsrat der Flora Westfalica.
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 Zudem soll dadurch die Zahl der männlichen Mediennutzer gesteigert werden. Die neuen Bestrebungen resultieren aus einer Kunden- und Bürgerbefragung durch die Fakultät für Informationswissenschaften der Fachhochschule Köln. „Wir wollten eine Standortbestimmung“, begründet Uwe Henkenjohann, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flora Westfalica, den Auftrag. Nun gehe es darum, Konsequenzen daraus zu ziehen.

E-Books zum Runterladen

Julia Bultmann, Leiterin der Stadtbibliothek, erläutert wie sie sich den Einstieg in die virtuelle Welt vorstellt. Digitale-virtuelle Bibiotheken (Divibib) heißt das Zauberwort für die so genannte Onleihe. Durch sie könnte der Inhaber eines Leserausweises mit Hilfe eines Passworts kostenlos E-Books, MP3-Formate, digitale Filme, Zeitungen und Zeitschriften von daheim aus für eine bestimmte Leihfrist herunterladen. „Das ist ein seriöses und legales Angebot“, nennt Julia Bultmann den Vorteil des durch Lizenzen geregelten Ausleihens. Sie hofft, Divibib im Verbund mit anderen öffentlichen Bibliotheken in Ostwestfalen-Lippe 2012 einführen zu können. Ein anderes Projekt ist die Digitale Bibliothek (Digibib). Über dieses Internetportal könne gleichzeitig in hochwertigen Informationsquellen wie Bibliothekskatalogen, Fachdatenbanken und Volltextdatenbanken recherchiert werden. „Man hat zum Beispiel Zugriff auf das Munzinger-Archiv“, nennt die Fachfrau ein Beispiel. Schüler können etwa für ihre Facharbeiten heraussuchen, wo sie welche Dokumente finden. Der Leseausweisbesitzer soll sich über die Homepage der Stadtbibliothek in die Digibib einloggen können. Julia Bultmann möchte dieses Angebot zur zweiten Jahreshälfte realisieren.

Twitter & Co.

 Facebook, Twitter, Blogs – das sind die Kommunikationsformen, in denen Kinder und Jugendliche zuhause sind. Entsprechend will die Bibliothek über diesen Weg auf ihre junge Zielgruppe zugehen. Dazu beteiligt sich die Stadtbibliothek am Projekt „Lernort Bibliothek“. Zwei Schulungstage haben schon stattgefunden. Die Umsetzungen erfordern zusätzliche finanzielle Mittel. Julia Bultmann hofft unter anderem auf Landesfördermittel.

Bestseller gegen Gebühr

Vorteil der digitalen Angebote: Über sie kann die Stadtbibliothek Schüler, die zunehmend in den Ganztagsunterricht eingebunden sind, auch außerhalb der Öffnungszeiten erreichen. Um am Puls der Zeit zu bleiben, hat Julia Bultmann vor, Nintendo-Wii-Spiele mit in das Ausleihangebot aufzunehmen. Das CD- und DVD-Angebot soll überprüft und aktualisiert werden. Nicht nur für junge Leute interessant ist die Idee, das Angebot an Bestsellern aufzustocken und diese gegen eine zusätzliche Gebühr zu verleihen.

Mit Schulen kooperieren

Verstärken und systematisieren möchte Julia Bultmann die Zusammenarbeit mit Schulen. Außer Klassenführungen, wie sie bereits stattfinden, sind Unterricht und gemeinsame Veranstaltungen in der Bibliothek denkbar. Mit dem Ratsgymnasium wurde bereits im Januar ein Kooperationsvertrag geschlossen. Ziel ist es, die Lese- und Informationskompetenz von Schülern zu fördern.

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