Diözesantag: Bildung, Dienst am Menschen
Bild: Daub
Beim Diözesantag der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn nahmen Pfarrer Norbert Keller, geistlicher Beirat, stellvertretender Diözesanvorsitzender Ulrich Schürmann und Geschäftsführer Matthias Krieg, mit Schulministerin Sylvia Löhrmann, Bürgermeister Theo Mettenborg und dem Diözesanvorsitzenden Ulrich Keuthen (v. l.) im Pfarrheim St. Clemens Rheda das Thema Bildung in den Blick.
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Dort wurde die sie als Gastrednerin eines eingetragenen Vereins, des Diözesantags der Vinzenz-Konferenzen im Erzbistum Paderborn, vom Vorsitzenden Ulrich Keuthen herzlich begrüßt. „Bildung, Dienst am Menschen“ lautete das Motto der Mitgliederversammlung. Der demografische Wandel zwinge zu Überlegungen, wie das Schulangebot vor Ort und damit die Attraktivität von Städten aufrecht erhalten werden könne, indem sich Schulen zusammenschließen und Gemeinschaftsschulen eingerichtet werden, wies Keuthen auf die „Bewegung der Schul- und Bildungslandschaft“ hin.

42 Sekundarschulen in NRW nach den Sommerferien

 Die Grünen-Politikerin knüpfte sofort an: „Unser NRW-Schulsystem steht in der ersten Phase eines umfassenden Transformationsprozesses.“ Sie zitierte Victor Hugo: „Nichts ist so wichtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Löhrmann meinte damit ihr Lieblingsprojekt „Sekundarschule“. 42 Sekundarschulen würden nach den Sommerferien in NRW, fünf davon im Regierungsbezirk Detmold, eröffnet, dazu 19 neue Gesamtschulen. Zwei Drittel aller Ratsbeschlüsse der zuständigen Kommunen seien zugunsten dieser „folgerichtigen neuen Schulstruktur“ einstimmig ausgefallen. „Damit haben wir verkrustete Blockaden gelöst und Ventile geöffnet“, meinte die seit 2010 als Ministerin im Amt tätige Ex-Lehrerin („Ich habe zehn Jahre eine Gesamtschule mit aufgebaut“) mit Triumph in der Stimme. Zwar sei der NRW-Schulkonsens durch politische Verständigung entstanden. Aber vorher seien „unzählige Empfehlungen von Verbänden und allen, die mit Schule zu tun hatten“ geprüft worden.

Eltenwille entscheidend

Löhrmann: „Entscheidend war und ist der Elternwille“, der auch in Rheda-Wiedenbrück erfragt werden müsse, wenn hier zwei Sekundarschulen genehm sein sollten. Der Doppelstadt wolle sie deshalb auch keinen Ratschlag, nur ein Sinnbild geben: „Die Landesregierung ist wie ein Blumenhandel. Die Schulträger vor Ort sind die Floristen, die individuelle Sträuße binden.“ Rheda-Wiedenbrücks Bürgermeister Theo Mettenborg, aufmerksamer Zuhörer beim Diözesantag, musste lächeln, als die Ministerin den individuellen Förderungsbedarf für Kinder beschwor, indem sie Francois Rabelais zitierte: Es gelte, „nicht die Fässer zu füllen, sondern die Feuer zu entfachen.“

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