Drohende Abschiebung ist abgewendet

Die drohende Abschiebung einer syrischen Familie nach Bulgarien ist abgewendet worden.

Ein großer Unterstützerkreis aus der Region hatte sich für die Syrer eingesetzt und atmet nach Wochen der Unsicherheit auf. Die Großfamilie hat nach monatelangem Bangen und Hoffen nun Gewissheit. „Sie bekommt die Chance, ihr Leben ohne Angst in Freiheit zu gestalten und sich weiter in unsere Gesellschaft zu integrieren“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerstiftung Rheda-Wiedenbrück.

Die drei älteren Kinder gehen wieder zur Schule.  „Es ist gut, dass die zahlreichen Bemühungen zum Schutz der Familie die neue Entscheidung herbeigeführt haben“, sagt Bernd Jostkleigrewe von der Bürgerstiftung. „Grundsätzlich mag die Ausweisung von Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive richtig sein, aber im Einzelfall sollten humanitäre Gründe den Ausschlag geben, das Schicksal einzelner Menschen noch einmal zu prüfen. In Zeiten der verständlicher Weise schwierigen Aushandlung und Gestaltung neuer gesellschaftlicher Aufgaben ist die Entscheidung des BAMF ein sehr positives Signal.“

Die Situation in Bulgarien werde von den Verwaltungsgerichten in Deutschland sehr unterschiedlich bewertet, so Jostkleigrewe weiter. Eine Vielzahl von neutralen Untersuchungen berichteten über die dortigen unhaltbaren menschlichen Zustände für Flüchtlinge. Vor diesem Hintergrund nehme die Bürgerstiftung gern zur Kenntnis, dass das Oberverwaltungsgericht Münster die aktuelle Entwicklung der Rechtsprechung bis hin zu den Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes berücksichtigt habe. „Gleichermaßen hat das Bundesamt die Behandlung der Flüchtlingsfamilie in Bulgarien neu eingeschätzt und dabei die Maßstäbe des höchsten Gerichts zum Wohl der Flüchtlingsfamilie angewendet“, sagt Jostkleigrewe.

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