„Ecke“ serviert Spitzenkarneval in Lintel
Bild: Dresmann
Körperpflege mit Schwung: Zu Tom Jones’ „Sexbomb“ wuschen sich die Thronherren der „Ecke Sagemüller“. Viel Shampoo war dabei im Spiel, wie auch das Publikum in der Halle Voltmann merkte.
Bild: Dresmann

Lintel zeigte, was es auf die Beine stellen kann – und das ist so einiges. 300 Minuten Showprogramm hatten die Akteure rund um den Vorsitzenden der „Ecke Sagemüller“, Bernhard Hansmeier, vorbereitet. Durch das Programm in der feierlich hergerichteten Halle auf Hof Voltmann an der Varenseller Straße führte Ludger Daut, in diesem Jahr erstmals zusammen mit Christian Stiens.

„Sprengstoff“ auf der Bühne

Und die beiden Moderatoren hatten einiges anzukündigen. Da waren zum Beispiel die Tanzeinlagen. Die „Ecke-Girls“, neun Mädels, alle mit Regenschirmen „bewaffnet“, zeigten, was in ihnen steckt. Auch die älteren Mädels Maren, Hannah, Juliana, Eva, Carina und Evelin von der Gruppe „Corner Dynamite“ boten eine super Tanzeinlage – wohlgemerkt zum ersten Mal und ganz ohne Trainer.

Landfrauen als dreibeinige Husaren

Seit Beginn des Linteler Karnevals sind die Landfrauen mit von der Partie, in diesem Jahr als dreibeinige Husaren mit flottem Tanzschritt.

„Baywatch“ am Linteler Strand

Mit den Worten „Was nun kommt, das ist wohl der Höhepunkt des Abends“ kündigte Christian Stiens die Männer des Prinzenthrons der „Ecke Sagemüller“ rund um König Andre Cordtomeikel an. In weißen T-Shirts, beinfrei und in Badelatschten liefen die Herren in den Tempel des Linteler Frohsinns ein. Die Mischung aus „Baywatch“, Shampoowerbung und erotischem Spätprogramm, das sonst nur nach Mitternacht ausgestrahlt wird, brachte den Saal zum Brodeln.

Tristan Ulf in der Bütt.
Zu Tom Jones „Sexbomb“ wuschen sich die Männer passend zum Rhythmus die Haare und ließen auch das Publikum am reichlich benutzen Shampoo teilhaben. Die Thronherren lieferten den Beweis, dass sich die Mitglieder der „Ecke“ für keinen Spaß zu schade sind.

Lästermaul Gottschalk

Den gesanglichen Höhepunkt setzen die „Eckensänger“. Thomas Gottschalk (alias Andreas Reckhaus) führte mit Perücke, aber originaler Nase durch das Programm der Sänger, die auf bekannte Hits ihre ganz eigenen Texte geschrieben hatten und halb Lintel durch den Kakao zogen. Aber nicht nur gesanglich, sondern auch optisch hatten sie so manche Persiflage gekonnt angelegt.

Tristan Ulf, der Vetter vor Christian Wulff

Selbstverständlich geht auch die Bundespolitik nicht spurlos am 1500-Einwohner-Dorf Lintel vorbei. Daher besuchte Tristan Ulf (Johannes Deitert), ein entfernter Cousin des mittlerweile ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, den Hof Voltmann. „Gut, wer in diesen Tagen Freunde hat, die Vereine haben, die Geld haben“, war sich Tristan sicher und versuchte die Vorwürfe gegen ihn auszuräumen. „Mir ist sowieso nicht klar, wieso mein dauerhaftes Schweigen noch nicht alle Fragen beantwortet hat“, spielte Deitert auf die Taktik des Ex-Präsidenten an und wusste die Bundespolitik gezielt auf Lintel umzumünzen.

„TKKG“ schmiert jeden

Geschmiert wird in Lintel natürlich nicht, außer ein Mitglied der „TKKG“ (Tönnies-Kramer-Krane-Gesellschaft) ruft an und möchte einen Schlachthof auf Linteler Gebiet bauen. Auch auf das Amt des Ortsvorstehers könne Tristan Ulf gern verzichten, wenn Ortsvorsteher Gerhard Stiens eine wöchentliche Kartoffellieferung zusichere.

Ein Edelmann aus Wiedenbrück

Als „Wiedenbrücker Edelmann“ trat Hans Schalück auf die Bühne. Er wusste die richtigen Worte für das Dorfgeschehen der letzten Monate zu finden. „Es ist schön, in Lintel zu sein, denn Voltmanns Halle ist ein Knüller – es lebe die ,Ecke Sagemüller‘.“

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