Ehrenamtskarte steht auf der Wunschliste
Die Einführung einer Ehrenamtskarte beschäftigt den Sozialausschuss seit zweieinhalb Jahren.

Dass die Stadtverwaltung in der jüngsten Ausschusssitzung immer noch nicht das seit langem geforderte Konzept zur Einführung der Rabattkarte für die ehrenamtlich Tätigen in Vereinen, Verbänden, Kirchen und anderen Organisationen auf den Tisch gelegt hat, brachte Vertreter von CDU und SPD auf die Palme.

„Machen Sie endlich Ihre Arbeit!“

„Machen Sie endlich Ihre Arbeit, Herr Greufe!“, forderte Elke Lessmeier (CDU) den städtischen Rechtsdirektor auf. Dieser hatte zuvor erklärt, dass die Behörde nicht zuletzt aufgrund eines personellen Engpasses den am 14. Februar vom Fachausausschuss erteilten Auftrag zur Konzepterstellung bislang nicht zum Abschluss bringen konnte. Eberhard Greufe wies darauf hin, dass so oder so „zusätzliche Ressourcen zur Bearbeitung dieses Arbeitsauftrags“ benötigt würden. Außer der hausinternen Konzepterstellung sei auch die Vergabe eines entsprechenden Auftrags an einen externen Anbieter denkbar. Greufe: „Weder die Konzeption, noch die weitere Betreuung des Ehrenamtskarten-Projekts wird es zum Nulltarif geben.“

Christa Bußwinkel (CDU) kritisierte, „dass wir immer noch nicht das Material vorliegen haben, das wir von der Verwaltung verlangt hatten“. So sei keine Entscheidung für oder gegen die Ehrenamtskarte möglich. „Seit zweieinhalb Jahren befassen wir uns immer wieder mit diesem Thema“, ärgerte sich Vize-Bürgermeisterin Gudrun Bauer (SPD). Das sei eindeutig zu lange. „Wir müssen schließlich auch die Zeitressourcen im Blick behalten, die wir hier mit Reden verbringen.“ In dieselbe Kerbe schlug Barbara Völzke-Weidlich (SPD): „Die Verwaltung verwehrt sich konsequent der notwendigen Arbeit.“

„Politisch korrekte Idee“

Volker Brüggenjürgen (Grüne) zog Sinn und Nutzen der Ehrenamtskarte in Zweifel. Es handele sich dabei zwar um eine „politisch korrekte, gut gemeinte Idee“, doch sei längst nicht klar, ob genügend Geschäfte ehrenamtlichen Helfern Rabatte gewähren und die Karten von ihren Eignern regelmäßig in Anspruch genommen werden. „Nur wenn beides zutrifft, lohnt sich der damit verbundene Aufwand.“

Grobkonzept erstellen

Der Sozialausschuss forderte die Stadtverwaltung ultimativ auf, bis zum 30. Juni ein Grobkonzept zur Ehrenamtsförderung zu erstellen. Dabei sollen nicht allein die Ehrenamtskarte, sondern auch andere Möglichkeiten betrachtet werden. Auf dieser Grundlage will das Gremium dann sein weiteres Vorgehen abstimmen.

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