Einzelhändler fürchten um ihre Existenz
Bild: Sudbrock
Möglicherweise schon in zwei Jahren geht in Rietberg das City-Outlet an den Start. Die Einzelhändler aus Rheda-Wiedenbrück sind besorgt. Sie fürchten Umsatzeinbußen.
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Im Rathaus nehme man die Sorgen der Gewerbetreibenden sehr ernst, versicherte Bürgermeister Theo Mettenborg auf Nachfrage. „Vor dem Hintergrund des Rietberger Outlet-Vorhabens werden wir die Belange unseres örtlichen Einzelhandels genau im Blick behalten“, sagte Mettenborg. Eine juristische Prüfung des Sachverhalts werde vorbereitet. Weil das Thema Outlet neu und vielschichtig sei, wollte der Bürgermeister nicht ausschließen, dass sich die Kommune externen Rechtsbeistand in der Fragestellung einhole.

Die Gefahr eines spürbaren Kaufkraftabflusses sei durchaus gegeben, teilt Mettenborg die Ängste der Kaufmannschaft. Für Rheda-Wiedenbrück komme ein City-Outlet, wie es jetzt in Rietberg geplant sei, aufgrund der Doppelpoligkeit nicht infrage, erläuterte der Bürgermeister. Vor dem Hintergrund zweier Stadtzentren sei die City-Outlet-Idee nicht umzusetzen.

Das Outlet-Vorhaben der Nachbarstadt hatte bereits Einzelhändler andere Kommunen im Alarmbereitschaft versetzt. Vor allem aus Lippstadt bekamen die Rietberger zuletzt reichlich Gegenwind. Rietberg plant die Einrichtung eines City-Outlets nach dem Vorbild Bad Münstereifels. In der gesamten Innenstadt sollen Outlet-Stores für verschiedene Marken entstehen. Als Verkaufsflächen dienen zum einen die vorhandenen Einzelhandelsgeschäfte, von denen etwa zehn zurzeit leerstehen. Darüber hinaus ist im Bereich des Südtors der Neubau eines größeren zusammenhängenden Komplexes mit einer Verkaufsfläche von etwa 5000 Quadratmetern vorgesehen. Alles in allem soll die Outlet-Verkaufsfläche in Rietberg mindestens 9000 Quadratmeter betragen – mit Luft nach oben. Um für die Besucher aus nah und fern genügend Stellplätze vorhalten zu können, ist ferner der Bau eines Parkhauses für bis zu 800 Autos im Bereich des Schulzentrums am Torfweg im Gespräch.

Gegen die Einzelhandelsentwicklung einer Nachbarstadt war Rheda-Wiedenbrück zuletzt vor einigen Jahren gerichtlich zu Felde gezogen. Das Porta-Einrichtungshaus in Gütersloh wurde dennoch gebaut. Ob gegen Rietberg auch der Rechtsweg beschritten wird, ist noch nicht entschieden. Zuerst wird nun die Lage sondiert.

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