Elterninitiative verbucht ersten Erfolg
Die Schullandschaft in Rheda-Wiedenbrück soll spätestens zum Sommer 2013 völlig neu ausgerichtet werden. Beide Hauptschulen stehen zur Disposition.

„Es scheint, dass wir auf einem guten Weg sind“, resümierten Rainer Wennemar und Jutta Michas nach dem Treffen mit Bürgermeister Theo Mettenborg, Rechtsdezernent Eberhard Greufe und Jugendamtsleiterin Reinhild Birkenhake. „Wir freuen uns auf einen intensiven Dialog und die Berücksichtigung der Elterninteressen in dem anstehenden Entscheidungsprozess.“

Hintergrund:

Aufgrund stark zurückgehender Anmeldezahlen für die Ketteler-Hauptschule in Wiedenbrück und die Matthias-Claudius-Hauptschule in Rheda planen Rat und Stadtverwaltung die Neuausrichtung des Bildungssystems. Am bestehenden dreigliedrigen Schulsystem aus Haupt-, Realschule und Gymnasium soll nicht festgehalten werden. Die CDU-Fraktion kann sich beispielsweise die Zusammenlegung der Haupt- und Realschulen zu zwei Sekundarschulen vorstellen. In dieser neuen weiterführenden Schulform werden Kinder, die sonst auf die Haupt- oder Realschule gegangen wären, weitgehend gemeinsam unterrichtet. In späteren Jahrgängen werden jedoch zunehmend – je nach angestrebtem Abschluss – unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Andere Fraktionen, wie beispielsweise die SPD, liebäugeln nach wie vor mit der Gründung einer Gesamtschule, die im Gegensatz zur Sekundarschule über eine eigene gymnasiale Oberstufe als direktes „Sprungbrett“ zum Abitur verfügt.

Mitte Januar hatte die Elterninitiative einen Bürgerantrag gestellt, in dem die unmittelbare Beteiligung der Väter und Mütter an den weiteren Beratungen zur Neugestaltung der Rheda-Wiedenbrücker Bildungslandschaft gefordert wird. Fünf von der Initiative bestimmte Elternvertreter sollen dazu die weiteren Abstimmungsprozesse begleiten.

Weitere Gespräche geplant

Bürgermeister Mettenborg stellte klar, dass noch vor der Schulausschusssitzung am gestrigen Dienstag ein Gespräch mit allen Schulpflegschaftsvorsitzenden sowie der Stadtschulpflegschaft im Rathaus stattgefunden hat. Eine gemeinsame Sitzung der interfraktionellen Arbeitsgruppe zur Neuausrichtung der Schullandschaft und den Elternvertretern könne er sich grundsätzlich vorstellen, nicht aber eine dauerhafte Einbindung in die fraktionsübergreifenden Beratungen, sagte Mettenborg.

Den Worten müssen Taten folgen

Die Elterninitiative „Zukunft der Schullandschaft“ will jetzt abwarten, ob den Worten Taten folgen. „Ob die Beteiligung der Eltern in dem Umfang und mit dem Gewicht stattfinden wird, wie wir das erwarten, muss der weitere Prozess zeigen“, schreiben Rainer Wennemar und Jutta Michas in einer Stellungnahme. „Das betrifft insbesondere die Einbindung in die Arbeit an der Informationsbroschüre, die Vorbereitung der Elternveranstaltungen sowie die Erstellung und Auswertung des Fragebogens.“

Dass die Stadtverwaltung zurzeit ein Konzept für eine teilintegrierte Sekundarschule erarbeitet, begrüßt die Initiative. Sie fordert aber zusätzlich, „dass in gleicher Qualität Konzepte beispielsweise für eine Gesamtschule oder ein der neuen Situation angepasstes dreigliedriges Schulsystem entwickelt werden“.

Die Elterninitiative tagt wieder am Donnerstag, 2. Februar, ab 19 Uhr in der Eichendorffschule.

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