Entscheidung über Wenneberschule vertagt
Bild: Werneke
Zumindest die Mehrheit der neunköpfigen SPD-Fraktion will Eltern, Kinder und Lehrer beim Kampf gegen die Schließung der Wenneberschule nicht im Regen stehen lassen.
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Für eine Vertagung des Themas hatte sich vor allem die CDU ausgesprochen. Michael Pfläging betonte, dass man in den kommenden Wochen fraktionsintern die von der Stadtverwaltung und den Elternvertretern vorgebrachten Argumente abwägen wolle. Ziel der Christdemokraten sei es, sich eine einheitliche Meinung zu bilden, die von allen 20 Fraktionsmitgliedern getragen werde. Zugleich unterstrich Pfläging, dass die CDU bei ihrer Entscheidung das Wohl der Gesamtstadt im Blick behalten wolle. Deutlich klarer positionierten sich in der Debatte am Dienstagabend SPD und FDP. Matthias Hegel wies darauf hin, dass eine von der Stadt beauftragte Qualitätsanalyse dem Wennebergebäude vor fünf Jahren ein gutes Raumangebot bescheinigt habe. „Die Eltern und Lehrer vertreten noch heute diese Auffassung“, erklärte der Liberale. Deswegen sehe die FDP keine Notwendigkeit für die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Schließung. „Solange für die Wenneberschule genügend Anmeldungen vorliegen, gibt es keinen Handlungsbedarf.“ Hegel betonte, dass schulpolitische Entscheidungen in der Vergangenheit nur äußerst selten gegen den Elternwillen von Rat und Verwaltung durchgedrückt worden seien. „An diesem Grundsatz sollten wir weiterhin festhalten“, sagte er.

Umverteilung der Schülerströme

Rückendeckung erhielten die Anhänger der Wenneberschule auch von der SPD. Ihre Fraktion mache sich mehrheitlich für den Erhalt der Bildungseinrichtung stark, versicherte Brigitte Frisch-Linnhoff. Die Aussagen der Verwaltung zum angeblich schlechten Zustand des Gebäudes könne sie nicht nachvollziehen. „Die Argumente sind mehr als geschmeidig, ich will nicht sagen willkürlich“, erklärte die Sozialdemokratin. Das Aus für die Wenneberschule führe zu einer Umverteilung der Schülerströme mit ungewissen Folgen. „Im ungünstigsten Fall müssten wir sowohl an der Park- als auch an der Andreasschule anbauen“, warnte Brigitte Frisch-Linnhoff vor einem unüberlegten Schnellschuss. „Wir sind gerade dabei, ein gewachsenes und von den Eltern akzeptiertes Grundschulsystem ohne Not zu zerschlagen.“ Drei Gemeinschaftsgrundschulen (Andreas, Park und Wenneber) sowie eine katholische Bekenntnisschule (Johannis) im Stadtteil Rheda vorzuhalten, habe sich seit Jahren bestens bewährt.

Finanzielle Auswirkungen beleuchten

„Die Schul- und Elternvertreter stellen die Vorteile, die die Verwaltung durch die Aufgabe des Wennebergebäudes sieht, konkret infrage“, fasste Andreas Hahn (Bündnis 90/Die Grünen) die Situation zusammen. Um eine Entscheidung treffen zu können, sei es möglicherweise sinnvoll, die Diskussion um eine weitere Komponente zu erweitern. Die finanziellen Auswirkungen, die ein Umzug der Johannisschule ins Gebäude der Ernst-Barlach-Realschule bei gleichzeitiger Aufgabe des Standorts Wenneber mit sich bringen würden, seien bislang von der Stadt nicht beziffert worden. Hahn regte an, dies bis zur Stadtratssitzung am 27. März nachzuholen. Das begrüßte auch die CDU-Fraktion. Auch ohne die Kosten zu kennen, sei aus seiner persönlichen Sichtweise der Verwaltungsvorschlag zur Auflösung der Wenneberschule perspektivisch sinnvoll, erklärte Ausschussvorsitzender Volker Brüggenjürgen (Grüne).

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