Entspannung auf chinesische Art
Bild: Paweltzik
Die Stille des Wiedenbrücker Klostergartens nutzen Physiotherapeutin Sabina Daelen (vorne) und die Kursusteilnehmer regelmäßig für Qigong-Übungen. Die Idee zu dem Angebot hatte der stellvertretende Leiter des Klosters, Bruder Korbinian Klinger OFM (r.).
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Sigrid Stephan gehört an diesem Morgen zu zehn Teilnehmern, die sich zum gemeinsamen Frühsport im Garten des Klosters eingefunden haben. Verteilt auf dem Rasen des Innenhofs strecken und recken sie sich abwechselnd gen Boden oder in Richtung Himmel. Die Übungen, die so klangvolle Namen wie „Fliege wie der Sagenvogel“ oder „Der alte Mann streicht seinen Bart“ haben, gibt Sabine Daelen vor – und das in ganz ruhigem Ton.

Allgemein ist eine angenehme Stille zu vernehmen. Tief in sich gekehrt und fast ohne Geräusche werden die verschiedenen Figuren ausgeführt. Nur ab und zu ist das Rascheln der Blätter im Wind zu hören. „Diese Ruhe hilft dabei, die Ganzheitlichkeit zu trainieren“, erläutert die Kursusleiterin. Denn beim Qigong komme es darauf an, Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen, berichtet die 52-Jährige. „Alle drei Aspekte werden durch die Übungen geschult“, fügt die Physiotherapeutin an.

Diese bedächtige Stimmung genießt Sigrid Stephan. „Die Gedanken kreisen oft um andere Dinge“, sagt sie. Und auch wenn man mit dem Kopf vollkommen bei der Sache sei, erhole man sich gut. „Für mich ist es Entspannung durch Konzentration.“ Ein hohes Maß an Konzentration während der Ausübung ist laut Sabine Daelen wichtig. „Bei den Übungen wird die Vorstellungskraft angeregt“, sagt sie. So würden Bilder dabei helfen, Figuren wie „Das Boot sanft aufs Wasser schieben“ zu praktizieren.

Dass das aus China stammende Qigong das eigene Körpergefühl fördert, spürt auch Franziskanerbruder Korbinian Klinger OFM. „Die Übungen sind sehr gut, vor allem wenn man viel sitzt“, berichtet der 56-Jährige. Einmal die Woche begibt er sich in den Klostergarten, um sich beim Qigong zu ertüchtigen. Bruder Korbinian war es auch, der den Kursus ins Kloster geholt hat. „Das Angebot passt gut hierher“, findet er. Und auch Sabine Daelen ist von dem Ambiente des Klosters begeistert. „Wir freuen uns immer alle über die schöne Umgebung“, sagt die Physiotherapeutin.

Um an dem Angebot im Franziskanerkloster Wiedenbrück teilzunehmen, sind laut Sabine Daelen keinerlei Vorkenntnisse vonnöten. „Nach drei oder vier Einheiten ist man drin“, unterstreicht sie. „Je öfter man die Übungen ausführt, desto flüssiger werden sie“, ergänzt Bruder Korbinian. Da es sich um keinen geschlossenen Kursus handelt, können Interessenten stets hinzustoßen. Wer freitags zwischen 8 und 9 Uhr keine Zeit hat, für den gibt es die Möglichkeit, montags zwischen 19 und 20 Uhr an dem Angebot teilzunehmen. Nähere Informationen hält Sabine Daelen unter Tel. 05242/378717 bereit.

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