Erinnerung an Opfer des Nazi-Terrors
Bild: von Stockum
Professor Dr. Robert Weinberg war aus den USA gekommen, um das Schicksal seiner ostwestfälischen Vorfahren nachzuzeichnen.
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Der Wissenschaftler Weinberg, der in den USA lebt, als Pionier der Krebsforschung gilt und schon mehrfach für den Nobelpreis nominiert worden ist, war gekommen, um in seinem von ihm gepflegten „ostwestfälischen Küchendeutsch“ das ungerechte Schicksal seiner Vorfahren sowie der Juden in der Region insgesamt nachzuzeichnen. Seine Eltern hatten 1938 vor den Nazis die Flucht ergriffen, sein Onkel Werner Weinberg war letzter Vorsteher und Lehrer der jüdischen Gemeinde zu Rheda, deren Existenz mit der Pogromnacht vom 9. November 1938 unwiederbringlich zerstört wurde.  „Ich werde nie begreifen, wie das geschehen konnte“, sagte der Wissenschaftler. Umso mehr war er zu Tränen gerührt, „dass heute so viele Menschen hierher gekommen sind“.

„So lange wir leben, werden auch sie leben, denn sie sind nun ein Teil von uns, wenn wir uns an sie erinnern“ – mit diesen jüdischen „Tore des Gebets“-Worten hatte zuvor Bürgermeister Theo Mettenborg die Bedeutung des Erinnerns untermauert. Die Nacht des 9. Novembers sei der Auftakt gewesen zum größten Völkermord in der Geschichte. „Wie hier vor Ort wurden überall in unserem Land Gebetshäuser und Synagogen angezündet, Geschäfte und Wohnhäuser geplündert, jüdische Mitbürger in Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Damit sich so etwas nicht wiederhole, dürfe der Schrecken dieser dunklen Zeit nicht in Vergessenheit geraten.

„Die größte Katastrophe ist das Vergessen“ – diesen Leitsatz der Diakonie hatte die Israel-Arbeitsgemeinschaft des Einstein-Gymnasiums über ihre Beiträge zur Gedenkfeier gestellt. Die Jugendlichen erinnerten an die letzte und lange verloren geglaubte Tora-Rolle Rhedas, die Hauptquelle jüdischen Rechts, jüdischer Ethik und Wegweiser für Denken und Lebenswandel sowie für Beziehungen zwischen Menschen und Gott. Junge Sänger und Instrumentalisten schufen einen angemessenen, musikalischen Rahmen. Pfarrer i. R. Dr. Ernst Otto Meinhardt sprach das Kaddisch-Gebet, übersetzt wurden die aramäischen Worte von Professor Dr. Robert Weinberg

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