Erstes Demokratiefest in Rheda-Wiedenbrück
Bild: Stephan
Tanzdarbietungen, Mitmachaktionen und Vorträge standen auf dem bunten Programm des Demokratiefests, das im Reethus Premiere feierte. Es ging darum, Vielfalt und Einheit in Rheda-Wiedenbrück zu erleben. Mit von der Partie waren Schüler der Osterrath-Realschule, die eine Hip-Hop-Tanzeinlage darboten. 
Bild: Stephan

Auf Einladung des kommunalen Projekts „Demokratie leben“ – örtliche Träger sind die Stadt und die Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems – feierten sie dort am Freitag  ein Demokratiefest. Es ging dabei darum, Vielfalt und Einheit in Rheda-Wiedenbrück in Vorträgen, Mitmachaktionen und Tanzdarbietungen bewusst zu (er-)leben.

Vielfalt, Toleranz und Respekt feiern

Die Organisation des Fests, zu dem alle Bürger eingeladen waren, lag in den Händen von Projektkoordinator Demokrat Ramadani (VHS) sowie Mitgliedern des Projekt-Jugendforums. „Wir wollen heute Vielfalt, Toleranz und Respekt in unserer Gesellschaft feiern. Dabei wird es Ihnen nicht gelingen, sich zurückzulehnen. Gefragt ist vielmehr aktive Beteiligung“, hatte Ramadani in seiner Begrüßung die Gäste auf aufregende und unterhaltsame Stunden eingeschworen.

Bevor die Besucher, darunter außer etlichen Kommunalpolitikern Bürger verschiedener Herkunft, selbst aktiv werden konnten, unterstrich Bürgermeister Theo Mettenborg in seinem Grußwort die Bedeutung des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekts.

„Demokratie erfordert Engagement“

„Demokratie ist nicht selbstverständlich“, sagte das Stadtoberhaupt und betonte: „Sie ist verwundbar, nicht immer bequem, und sie erfordert Engagement.“ Dabei lebe sie von der Überzeugungskraft und Leidenschaft der Menschen. Mit dem ersten Fest dieser Art in Rheda-Wiedenbrück feiere man den Rechtsstaat, Gleichberechtigung und Menschenrechte sowie den Einsatz für ein friedliches Miteinander, erläuterte Mettenborg.

Was mache ich im Alltag? Wie verhalte ich mich bei Stammtischparolen? Diesen Fragen ging Dr. Sybille Schneiders, neue Leiterin des VHS-Fachbereichs eins, in ihrem Grußwort nach. „Manchmal kann es einfach eine liegengelassene Botschaft auf einer Postkarte sein“, sagte die Dozentin und erinnerte damit an den Fallada-Roman „Jeder stirbt für sich allein“, in dem ein Berliner Paar auf diese Weise seinen Protest gegen das Naziregime zum Ausdruck gebracht hatte.

Ehrlichkeit wird hoch geschätzt

Nach einer Hip-Hop-Tanzeinlage von Schülerinnen der Osterrath-Realschule widmeten sich Merve Ucar und Ceren Ünal vom Jugendforum dem Thema „Werte in der Gesellschaft“. Dabei waren die Festbesucher eingeladen, aus einer Reihe von 13 wichtigen Werten ihre Favoriten zu wählen. Ergebnis der nicht repräsentativen Abfrage: Ehrlichkeit steht für die Rheda-Wiedenbrücker obenan, gefolgt von Selbstvertrauen und Hilfsbereitschaft.

Verschiedene Menschen zusammenbringen

Noch eine Stufe aktiver werden mussten die Akteure bei Übungen zur Kennenlern- und Wettbewerbsdemokratie. Moderator Demokrat Ramadani: „Hier ging es einmal darum, Menschen unterschiedlicher Couleur zusammenzubringen. Und dann sollten sie erleben, was passiert, wenn Gruppen mit verschiedenen Interessen aufeinander treffen.“ Bei einer weiteren Mitmachaktion wurde deutlich, wer von den Teilnehmern in der Gesellschaft eher privilegiert und wer eher unterprivilegiert ist.

Lehrerin nimmt Anregungen mit

Tanz- und Gesangsdarbietungen der Rheda-Wiedenbrücker Ten-Sing-Gruppe, ein selbst geschriebener und choreografisch umgesetzter „Demokratie-Rap“ von Besuchern des städtischen Jugendzentrums, der Auftritt des Kölner Rappers Reezy Reez und ein gemeinsames Essen mit Köstlichkeiten verschiedener Länder rundeten das Programm des Demokratiefests ab. Janina Forhaus, Lehrerin am Wiedenbrücker Ratsgymnasium und Betreuerin der AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, war am Ende froh mitgefeiert zu haben. „Ich nehme einige Anregungen mit für unsere weitere Arbeit“, zog sie ein erstes Zwischenfazit.

Wiederholung wird nicht ausgeschlossen

Und auch Demokrat Ramadani zog ein positives Resümee der Premiere: „Es ist uns gelungen, Leute verschiedener Herkunft miteinander ins Gespräch zu bringen. Und für die Jugendlichen war es cool, zu sehen, dass die ganze Aktion von den Gästen so gut angenommen wurde. Deswegen: Wiederholung im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen.“

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