Festanstellung statt Werkvertrag
Bild: Sudbrock
Seit Anfang September sind Ion und Mihaela Vintila in der Verpackungsabteilung des Rhedaer Fleischwerks Tönnies beschäftigt. Sie haben Festverträge unterschrieben, die zunächst auf ein Jahr befristet sind. Weil es in der Branche einen Mindestlohn gibt, ändert sich das Einkommen der rumänischen Eheleute kaum. Sie haben aber eine höheren Urlaubsanspruch und geregeltere Wochenschichten.
Bild: Sudbrock

Doch die Zeit als Werkvertragsarbeiter ist seit September vorbei.Mit der Unterzeichnung ihrer Arbeitsverträge beim Rhedaer Fleischwerk Tönnies sind Ion und Mihaela Vintila an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Über ein rumänisches Subunternehmen waren die Zwei ab 2012 in verschiedenen Abteilungen der Firma tätig. Im März 2014 verschlug es das rumänische Ehepaar dann für sechs Monate nach Hamburg. Dort waren die beiden für das Reinigungsunternehmen Besselmann im Einsatz – allerdings wiederum als Werkvertragsarbeitnehmer.

Seit langem ein Traum

„Von einer Festanstellung haben wir schon seit Langem geträumt“, sagt Ion Vintila, der früher in seiner rumänischen Heimat auf dem Bau sein Geld verdient hat. Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Sicherheit seien der Ansporn für ihn und seine Frau Mihaela gewesen, sich beim Fleischwerk Tönnies um eine Direktanstellung zu bewerben. „Durch rumänische Freunde hatten wir im Sommer gehört, dass das jetzt möglich ist“, berichtet der 42-Jährige. „Da haben wir nicht lange überlegt, sondern gleich unsere Unterlagen nach Rheda geschickt.“

 Am 1. September konnten beide bei Tönnies anfangen. Seitdem sind sie in der Verpackungsabteilung beschäftigt. Das maschinelle Vakuumieren und Etikettieren von Fleischprodukten gehören zu ihren Aufgaben. Mit der Festanstellung ging auch die Zeit in engen, spärlich eingerichteten Wohnungen, die sie sich mit anderen Werkvertragsarbeitnehmern teilen mussten, vorbei. Inzwischen lebt das Ehepaar in einer eigenen Wohnung in Clarholz. „In Rheda-Wiedenbrück konnten wir keine bezahlbare Mietwohnung bekommen“, sagt Mihaela Vintila (36). Für 2016 haben sich die beiden vorgenommen, an einem Sprachkursus teilzunehmen, um ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen. Mit dem Geld, das sie in Deutschland verdienen, unterstützen sie ihre beiden Söhne Florin und Daniel, die bei der Oma in Rumänien geblieben sind. „Sie sollen dort ihren Schulabschluss machen und irgendwann einen Beruf erlernen, in dem sie gutes Geld verdienen“, sagt Ion Vintila.

Das sei ihm und seiner Frau nicht vergönnt gewesen. „Mit 210 Euro für einen Vollzeitjob auf dem Bau oder im Supermarkt kommt man selbst in Rumänien nicht weit.“ Irgendwann wollen die Vintilas zurück in die Heimat – und sich mit dem Ersparten den Traum vom eigenen Häuschen erfüllen

SOCIAL BOOKMARKS