Festbesucher greifen zu Pfeil und Bogen
Bild: Werneke
Bis Sonntag, 2. Juni, haben Interessenten die Gelegenheit, das Schlossfest in Rheda zu besuchen.
Bild: Werneke

„Festival des Authentischen“

Selber machen steht hoch im Kurs beim „Frühling im Park“, den Maximilian Prinz zu Bentheim-Tecklenburg bei der Eröffnung mit Ehrengästen am Donnerstag als „Festival des Authentischen“ charakterisierte. Das ist nämlich auch selbst gemacht – von der Fürstlich-zu-Bentheim-Tecklenburgischen Kanzlei mit ihrem Organisationsteam – und nicht von einer Kette, wie der Schlossherr betonte. Selbst zu Pfeil und Bogen greifen durften Jung und Alt zum Festauftakt auf der Hirschwiese. Dort weihten Peter Jöcker von Dakota-Bogensport aus Gronau und seine Helfer Neugierige in die Kunst der Spannung und Entspannung ein. „Arm strecken, Ellbogen raus“, sagt Peter Jöcker manches Mal an diesem Tag, rückt seinen Schützling in die richtige Position, erklärt, wohin er zielen muss, und schon schnellt der Pfeil in Richtung Zielscheibe. 30 Recurve-Bögen für Anfänger haben die Bogenschützen im Gepäck. Bis zu 90 Stundenkilometer schnell kann ein Pfeil mit so einem Bogen werden, bei einem Profimodell werden es auch schon einmal 300, weiß Peter Jöcker.

Konzentration gefordert

Er und seine Begleiter demonstrieren den Besuchern zudem, was mit Talent und Übungsfleiß möglich ist: Sie treffen in 60 Metern Entfernung befestigte Luftballons. Das hätte Robin Hood, um den sich der Mythos rankt, dass er einen Pfeil spalten konnte, wohl auch beeindruckt. Pfeile zu spalten sei möglich, sagt Jöcker, doch dass jemandem das mit Ansage gelinge, habe er noch nicht erlebt. Dann widmet er sich wieder den Gästen. Johannes (7) und sein Bruder Friedrich (4) dürfen an einer der vier Zielscheiben üben. Derweil werden bei ihrem Vater Jobst Kühn von Burgsdorff Kindheitserinnerungen wach an jene Tage, da er sich selbst einen Pfeil geschnitzt und aus Esche einen Bogen gefertigt hat. Jöcker hat als Zwölfjähriger mit dem Bogenschießen begonnen. Das sei ein gutes Einstiegsalter. Die Sportart, die Konzentration fordert, sei schon in China und Japan zu Meditationszwecken genutzt worden. „Man kommt zu sich“, berichtet er, dass er nach zwei Stunden Training „geerdet“ sei.

Frisch gefilzte Erdbeeren

Erdbeeren selbst gefilzt, so lautet das Motto bei Antonia Dreischalück und Petra Nowak-Hunold. Im Rahmen der neuen Kreativmeile bieten sie im Schloss einen Filzworkshop an. Konzentriert sitzen dort Kinder und Jugendliche am Tisch und stechen emsig mit ihrer Nadel auf Flies ein. Mit Voodoo hat das nichts zu tun, vielmehr geht es darum, mit den Widerhaken der Nadel die Wolle zu verfestigen. Auch gelbe Tupfen und grünes Blattwerk lassen sich bei dieser Art des Trockenfilzens einarbeiten. „Ich bastele total gerne“, erklärt die zehnjährige Christine Brill, deren Mutter geduldig wartet. Eine halbe Stunde benötigt so eine Erdbeere, weiß Antonia Dreischalück. Wem das zu mühsam ist, der darf auch einfach kaufen: Die Filzerinnen haben vorgearbeitet.

Zwei weitere Festivaltage

Am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juni, findet das Gartenfestival mit rund 160 Ausstellern und abwechslungsreichem Programm noch statt.  Das Schlossgelände steht für die Besucher in der Zeit von 10.30 bis 18.30 Uhr offen. Letzter Einlass ist um 18 Uhr.

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