Feuer und Flamme für Rock’n’Roll
Bild: Inderlied
Leuchtendes Spektakel: Mächtig krachen ließen es die Pyrotechniker von „Flash Art“ am Samstagabend beim Feuerwerk in der Emsaue im Rheda-Wiedenbrücker Flora-Park am Boden und im Himmel.
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Auch das spektakuläre Feuerwerk als Abschluss des Sommerprogramms spiegelte das Lebensgefühl einer ganzen Generation wieder. Das Motto des Tags hatten die Pyrotechniker von „Flash Art“ aus Bielefeld in ihr grandioses Abschlussfeuerwerk aufgenommen. In dem 17-minütigen Spektakel zeigten sich die Tanzfiguren des Rock’n’Roll, untermalt mit fetziger Musik aus den 1950er-Jahren.

„Rock around the Clock“ zum Auftakt

Nach dem krachenden Auftakt von „Rock around the Clock“ von „Bill Haley & his Comets“ staunten die Besucher im ehemaligen Gartenschaugelände nicht schlecht, was ihnen präsentiert wurde. Zu den bekanntesten Klassikern der damaligen Zeit wie „Tutti Frutti“ (Little Richard), „Lollipop“ (The Chordettes), „Woo hoo“ (The Rock-A-Teens), „Rama Lama Ding Dong“ (Rocky Sharp & the Replays) oder „Let’s have a Party“ (Wanda Jackson) nutzten die Feuerwerkskünstler, die nach eigenen Angaben schon die Shows von Pink Floyd, Jennifer Lopez, Michael Buble und David Guetta sowie das Abschlussfeuerwerk des Formel-1-Rennens in Bahrain in Szene gesetzt haben, den sternenklaren Himmel als perfekten Hintergrund für bunte Figuren.

Es summten roten Bienchen über den Köpfen, glitzerten Goldblinker am Horizont und regneten strahlende Wasserfälle auf das Publikum herab. Als mit dem Kultspruch „See you later Alligator“ das Feuerwerk endete, waren von den 13 Abschussplätzen insgesamt 503 digitale Zündungen abgefeuert worden.

4895 Parkbesucher betrachten das Feuerwerk

„Man muss sich auf das Thema einlassen und die passenden Akzente in der Musik finden“, erklärte Martina Zurmühlen von „Flash Art“ die Herangehensweise bei der Planung. „Die 1950er- und 1960er-Jahre waren eben bunt und eine Zeit der Befreiung, in der der Spaß im Vordergrund stand.“

Das Feuerwerk war aber nur der Höhepunkt einer gelungenen Veranstaltung, die insgesamt 4895 Menschen in den Flora-Park zwischen Reethus und Picknickscheune lockte.

Flotte Musik und  schwingende Petticoats

Passend zum Motto brachte „Andy Lee und seine Rockin’ Country Men“ die Stimmung vor der Bühne an der Mittelhegge zum Brodeln. An der Picknickscheune spielte das Duo „Acoustic Fifties“. Ein echter Hingucker waren die Tänzer in stilechter Kleidung im schwingenden Petticoat oder in piekfeinen Anzügen sowie mit ordentlich gestylten Haaren. Beliebt waren auch die Oldtimer des MSC Wiedenbrück aus der damaligen Zeit.

Schaulustige frühzeitig in der Emsaue

Als „gewagt, aber gelungen“, bezeichnete Sebastian Jerig von der Flora Westfalica die Wahl des Mottos „Pettycoat und Rock’n’Roll“. Die Veranstaltung im Stil der 1950er- Jahre hätte durchaus nach hinten losgehen können, da die meisten Besucher den Zeitgeist von damals nicht selbst kennengelernt hatten.

„Ich bin aber sehr zufrieden“, zog Jerig noch bevor die ersten Raketen in den Abendhimmel stiegen eine erste Bilanz. Eine sichere Bank ist wie in jedem Jahr das spektakuläre Feuerwerk gewesen. Um sich das nicht entgehen zu lassen, kamen die ersten Besucher schon Stunden vorher in die Emsaue.

Stammgäste setzen auf Bollerwagen

Als Stammgast hat bereits seit Jahren eine Gruppe aus Langenberg ihren Platz gleich in der ersten Reihe gefunden. Gut zu erkennen war an sie an einem Bollerwagen, auf dem nicht nur eine Zapfanlage installiert, sondern auch das aktuelle Motto künstlerisch umgesetzt wurde. „Wir haben mal mit einer Decke angefangen“, blickte Helena Lewis-Cronshage zurück. Doch dann tauchte eine andere Gruppe mit einem Bollerwagen auf. „Die wollten wir herausfordern“, erinnerte sich die Langenbergerin. „Da haben die Männer auch einen Wagen gebaut.“

Um rundum versorgt zu sein, durfte leckeres Fingerfood auf einem zweiten Anhänger nicht fehlen. „Wir haben alles dabei, was man braucht“, ergänzte ihr Mann André Cronshage.

Eigens aus Eschwege angereist

Direkt daneben hatten es sich die Brüder Ulrich und Jörg Bämpfer samt Familien und Freunden bequem gemacht. Um das Feuerwerk aus nächster Nähe zu erleben, hatte Ulrich Bämpfer eine weite Anfahrt in Kauf genommen. „Ich bin zwei Stunden mit dem Motorrad aus Nordhessen gefahren“, erklärte der Mann aus Eschwege. Seit 15 Jahren hätten sie keine Ausgabe von „Feuer und Flamme“ verpasst, berichtete sein Bruder, der vor 25 Jahren in die Emsstadt gezogen ist.

„Das Feuerwerk ist die Krönung von dem, was am Nachmittag in dem Park passiert ist“, schwärmte Jörg Bämpfer. Und sein Bruder, der passenderweise am gestrigen Sonntag seinen Geburtstag beging, ergänzte: „Wir feiern rein. Das passt wunderbar. Einfach hinlegen, in den Himmel schauen und das Feuerwerk genießen.“

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