Flüchtlingsstrom nimmt kein Ende
Bild: Grujic
Bis auf den letzten Platz gefüllt sind die fünf städtischen Unterkünfte für Asylbewerber. Trotzdem rechnet die Kommune mit weiteren Zuweisungen. Unser Bild zeigt das Flüchtlingswohnheim an der Lessingstraße unweit der Ernst-Barlach-Realschule in Rheda. 
Bild: Grujic

 „Wenn wir Glück haben, reißt der Zustrom irgendwann ab“, sagte Giljohann mit Blick auf die nur begrenzt zur Verfügung stehenden städtischen Unterkünfte. Doch in nächster Zeit sei damit kaum zu rechnen. Bis Ende des Jahres könnte sich die Zahl der Flüchtlinge in der Doppelstadt auf 300 erhöhen, erläuterte Giljohann in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Sport. Für 2016 rechnet er mit weiteren 100 Asylbewerbern. Die Krisenherde der Welt spiegeln sich in den Herkunftsländern der Menschen wider, die in der Doppelstadt ankommen. Unter den 222 Flüchtlingen seien beispielsweise 38 Syrer, 15 Iraker, zwölf Asylsuchende aus Eritrea, 21 Bosnier, 18 Serben, zehn Kosovaren und 14 Albaner.

Während die Anerkennungsquote bei Schutzsuchenden etwa aus Syrien, Irak und Eritrea vergleichsweise hoch ist, würden viele Asylantragssteller aus dem ehemaligen Jugoslawien und den Nachbarländern von der Ausländerbehörde zurück in ihre Heimat geschickt, sagte Giljohann. In den fünf Asylbewerberunterkünften, die über 211 Plätze verfügen, wird es langsam eng, wie der Leiter des Fachbereichs Soziales und Integration auf Nachfrage von Patrick Büker (FDP) bestätigte. Die Stadt sei jedoch stets bemüht, neue Wohnflächen für die ihr zugewiesenen Flüchtlinge anzumieten, unterstrich Rechtsdezernent Eberhard Greufe.

„Störungsfreie Unterbringung“

Die „störungsfreie Unterbringung“ sei das Ziel. Um in den Unterkünften Konflikte zwischen den Bewohnern durch zu knapp bemessene Räumlichkeiten von vornherein zu vermeiden, würden die Quadratmeterempfehlungen der Landesregierung nach Möglichkeit großzügig ausgelegt. Fritz Ludwig (Die Linke) wollte wissen, ob die personelle Aufstockung der Integrationsabteilung angesichts der steigenden Flüchtlings- und Werkvertragsarbeiterzahlen erforderlich sei. Greufe erinnerte daran, dass zurzeit ohnehin ein Konzept für die Verwendung der 250 000 Euro erarbeitet werde, mit denen Stadt und Tönnies die Integration der osteuropäischen Leiharbeiter fördern wollen. In diesem Zusammenhang werde es auch um die Personalstärke der kommunalen Integrationsabteilung gehen.

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