Form beherrscht die Funktionalität
Bild: Pieper
Die Keramikerin Doris Bank stellt im Wiedenbrücker Cor- und Interlübke-Haus aus.
Bild: Pieper

 Davon kann man sich jetzt im Rheda-Wiedenbrücker Cor- und Interlübke-Haus, Hauptstraße 74, überzeugen. Dort wurde am Freitagabend die elegant inszenierte Keramik-Ausstellung mit Arbeiten der im unterfränkischen Miltenberg ansässigen Doris Bank (47) eröffnet.

Ulrike Lübke ist die Initiatorin der Schau, die Auftakt sein soll zu einem verstärkten Kulturangebot der beiden Häuser unter dieser Adresse. Die Besucher dürfen sich auf Arbeiten freuen, die in ihrer schlicht-raffinierten Form mit zeitlose Präsenz punkten.

 Seit 2000 arbeitet die in Bamberg geborene, an der Landshuter Fachschule ausgebildete Keramikerin Doris Bank, die schon in München, Karlsruhe und Japan ausstellte, freischaffend. Die Affinität

Geöffnet ist die Ausstellung im Rheda-Wiedenbrücker Cor- und Interlübkehaus, Hauptstraße 74, bis zum 7.  Januar, montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr.
zum irdenen Material hat sie aus dem Elternhaus: Der Vater war Hobbyarchäologe. In seinen Funden aus der Vergangenheit – archaisch anmutenden Holzlöffeln – sieht sie die Initialzündung zur ihrer so ursprünglich wirkenden, haptisch reizvollen Formensprache in zurückhaltender Colorierung.

Am Anfang arbeitete Bank mit grober Raku-Masse, die reich ist an Bims, Sand oder Schamotten. Das ist wichtig, weil schockresistente Mischungen entwickelt werden müssen. Denn bei der Raku-Technik dürfen die gebrannten Keramiken nicht langsam im geschlossenen Ofen auskühlen. Die Objekte werden aus dem 1055 Grad heißen Ofen herausgeholt und in einen Behälter mit Spänen gegeben. Die fangen Feuer und der entstehende Kohlenstoff lagert sich auf dem Scherben ab, die Glasur bekommt gewollte, haarfeine Risse. Das verleiht den Keramiken ihre lebendige Craquelée-Oberfläche.

 Autark sind auch ihre Schalen und Vasen, die sie schichtweise aus Tonwülsten zur gewünschten Form drückt. Handarbeit pur. Die Glasur aus Metalloxyden verleiht dem irdenen Material eine geradezu skulpturale Aura. Filigran wirkt das aus hauddünn gewalzten Porzellanplatten entwickelte Tafelgeschirr. Am Anfang und am Ende bleibt der Wille: Doris Bank macht keine formalen Kompromisse zugunsten der Funktionalität. Sie schafft Table-Art

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