Fotovoltaik-Anlage falsch ausgerichtet
Bild: Wassum
Nicht optimal installiert: die Fotovoltaik-Anlage am Bahnhofs-Parkdeck in Rheda.
Bild: Wassum

Als „im Sinne einer Fotovoltaik-Anlage schlicht funktionsunfähig“ haben die Bündnis-Grünen das 25 Quadratmeter große Sonnenkraftwerk bezeichnet. Mit den RWE – Finanziererin, Eigentümerin und Betreiberin der „Solartanke“ – redet die Stadt jetzt über das Problem. Umhängen oder eine weitere Anlage montieren, so lauten die auf dem Tisch liegenden Lösungsvorschläge. In jedem Fall müssten neue Module her, denn die jetzigen besitzen kein Sicherheitsglas und lassen sich auch nicht nachrüsten. Die Kosten für Demontage und Neumontage an der Südseite schätzen die RWE auf 5500 bis 6500 Euro. Favorisiert wird aber die Installation einer zusätzlichen, optimal ausgerichteten Anlage, worüber RWE und Stadt miteinander reden.

496 Kilowattstunden Strom sind aus der Fotovoltaik-Anlage am Rhedaer Parkdeck zwischen dem 4. September vergangenen Jahres, dem Tag der Inbetriebnahme, bis zum 5. Mai in das Netz eingespeist worden. Nur knapp 500 kWh muss man sagen, denn eine Anlage wie die in Rheda müsste eigentlich mindestens 1500 kWh bringen, wie auf einschlägigen Solarstrom-Infoseiten im Internet zu lesen ist. Und das wäre dann etwa ein Drittel des jährlichen Stromverbrauchs eines Vier-Personen-Haushalts.

Auf die Funktionsbeeinträchtigung der Sonnenstromanlage war bereits beim Agenda-21-Geburtstag vor einem Jahr hingewiesen worden. Es ist aber auch gerade dieses Datum gewesen, was laut RWE eine optimale Installation verhinderte: „Durch die lange Lieferzeit von Fotovoltaik-Modulen mit Sicherheitsglas hätte der zwingend geforderte Fertigstellungstermin zum Jubiläum der Lokalen Agenda am 4. September 2010 nicht eingehalten werden können“, teilten die RWE als Anlagenbetreiberin der Stadt auf Anfrage mit. Der gewählte Montageort an der Westseite des Parkdecks sei daher „als ein Kompromiss anzusehen“.

Immerhin hat dieses Solaranlagen-Abenteuer der Stadt Rheda-Wiedenbrück bislang keinen Cent gekostet.

Bislang kein Ladevorgang

Bleibt zum Schluss noch die Frage zu klären, wie oft die Solartankstelle, deren rechzeitige Inbetriebnahme den Agenda-21-Aktiven besonders im verflossenen Jahr am Herzen lag, mittlerweile genutzt wurde. CDU-Ratsherr Albert Jürgenschellert wollte das in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Grundstücke und Gebäude wissen. Parat hatte die Antwort niemand, aber im Sitzungsprotokoll kann mittlerweile nachgelesen werden, wie die Auskunft der RWE auf Anfrage der Stadt lautete: „Seit Inbetriebnahme der Anlage am Bahnhof wurde kein Ladevorgang vorgenommen.“ Umweltbedenken muss im Übrigen kein Elektroautofahrer haben, ausschließlich TÜV-zertifizierter Ökostrom fließt aus der Säule.

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