Freie Bahn für Fernbus-Halt in Rheda
Bild: Werneke
Im zweiten Anlauf hat der Bauausschuss den Weg frei gemacht für die Einrichtung einer Fernbus-Haltestelle am Bahnhof Rheda. Die FDP-Fraktion hatte seinerzeit den Antrag gestellt.
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Im zweiten Anlauf hat der Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss am Donnerstagabend den Weg frei gemacht für die Einrichtung einer Fernbus-Haltestelle.

Kurzzeit-Parkplätze müssen weichen

Die Haltemöglichkeit für Fernbusse, die nicht nur zwischen deutschen Großstädten unterwegs sind, sondern auch Ziele im europäischen Ausland ansteuern, entsteht schräg gegenüber dem Bahnhofsgebäude im Bereich des Parkhauses. Bislang befinden sich an dieser Stelle zwei sogenannte „Kiss-and-Go“-Plätze für Kurzzeitparker, die Reisende zum Bahnhof bringen oder von dort abholen wollen. Eine dritte Stellfläche ist für die Carsharing-Fahrzeuge des Autohauses Ford-Lückenotto reserviert.

Keine Angst vor Rückzahlungen

Wenn auf dem Areal in Kürze der Fernbus-Stopp eingerichtet wird, sollen die Kurzzeit- und Carsharing-Stellflächen in den Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnhofszufahrt integriert werden, erläuterte der Technische Beigeordnete Gerhard Serges in der Ausschusssitzung. Durch die Verlegung entgehe die Stadt der Gefahr, die vor einigen Jahren für den Bau der PKW-Buchten erhaltenen Fördermittel zurückzahlen zu müssen.

Haltestelle kostet höchstens 5000 Euro

Apropos Geld: Der einstimmig vom Ausschuss beschlossene Fernbus-Halt am Bahnhof Rheda lässt sich wesentlich kostengünstiger realisieren, als zunächst gedacht. Nach Schätzung der Stadtverwaltung sind für die Anbringung entsprechender Hinweisschilder und Fahrbahnmarkierungen sowie einen Abfallbehälter, in dem die Reisenden ihren Müll entsorgen können, maximal 5000 Euro erforderlich.

Vorerst nicht behindertengerecht

Auf den behindertengerechten Ausbau der Haltestelle verzichte man zunächst, sagte Serges. „Sonst würden wir hier über ganz andere Summen sprechen.“ Sollte der Fernbus-Halt gut angenommen werden, könne die Politik immer noch über eine Nachrüstung nachdenken. „Fernbus-Unternehmen fahren in jüngster Zeit vermehrt Mittelstädte an, um die Nachfrage auszuloten“, erklärte der Baudezernent. „Entsprechen die Passagierzahlen nicht ihren Erwartungen, sind sie aber auch ganz schnell wieder weg“, riet Serges dazu, erst einmal abzuwarten, wie hoch die Resonanz tatsächlich sein wird.

Gute Chancen gegen Gütersloh

Der Leiter des städtischen Fachbereichs Bauverwaltung, Burkhard Schlüter, sieht für den Fernbus-Halt am Rhedaer Bahnhof gute Chancen. Die Lage Rheda-Wiedenbrücks an der A2 sei ideal, „da können wir mit Nachbarstädten wie Gütersloh locker mithalten“. Interessant seien Zusteigemöglichkeiten für Fernbus-Unternehmen vor allem dann, wenn sie dafür ihre Hauptroute, die zumeist über eine Autobahn führt, nur kurz verlassen müssen.

Werbetrommel rühren bei Unternehmen

Zwei Firmen hatten in der Vergangenheit über die Bezirksregierung angefragt, ob in Rheda-Wiedenbrück ein Fernbus-Stopp möglich ist. Damals gab es noch keine entsprechende Haltestelle. Sobald die Station auf dem Bahnhofsgelände fertiggestellt sei, werde man die betreffenden Unternehmen darüber informieren, versicherte Schlüter. Zudem werde die Stadt alle weiteren ihr bekannten Fernbus-Anbieter anschreiben. Über die Ergebnisse werde der Ausschuss informiert.

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