Für 41 Kinder heißt es „Ab in die Zukunft“
Bild: Bartels
Bühne frei für die Nachwuchsstars: Zwei Wochen lang probten (v.l.) Mohammed (9), Wiktoria (8), Delia (7), Jinosha (7), Henrietta(7) und Elena (7) eine selbst erdachte Szene. Am heutigen Freitag präsentieren sie das selbst erdachte Stück, das sie im Rahmen des Sprachcamps erlernt haben.
Bild: Bartels

Unter dieser Devise hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) jetzt das erste internationale Sprachcamp in der Doppelstadt an der Ems organisiert. 41 Grundschüler aus den Rheda-Wiedenbrücker Bildungseinrichtungen besuchten in den Herbstferien das Camp in der Brüder-Grimm-Schule, um sicherer in der deutschen Sprache zu werden. „Wir haben Kinder mit 17 verschiedenen Muttersprachen vor Ort“, berichtet Christina Albers, bei der Awo für den Bereich Sprachförderung zuständig.

Auch in den Ferien Deutsch lernen

Einige der Kinder befänden sich erst seit wenigen Monaten in Deutschland, andere seit Jahren. Sie alle eint, dass sie Schwierigkeiten beim Spracherwerb haben. Das Camp in den Ferien sollte sicherstellen, dass die ABC-Schützen auch außerhalb der Schule die für sie neue Sprache üben. Das geschehe vor allem spielerisch, sagt Theaterpädagoge Rick Davids. „Immerhin sind Ferien, da wollen wir niemanden überstrapazieren.“

Hintergrund

Seit 2005 veranstaltet die Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Raum Ostwestfalen-Lippe Sprachcamps. In diesen Herbstferien hat das Projekt zum ersten Mal in der Doppelstadt an der Ems stattgefunden. Als Standort für das Projekt dienten die Räumlichkeiten der Brüder-Grimm-Schule. „Wichtig ist, dass die Sprachcamps nicht als Nachhilfeunterricht konzipiert werden, sondern als eine Mischung aus Spiel und Spracherwerb“, betont Christina Albers von der Awo. Die Auswahl der Kinder, die in den Genuss des Angebots kommen, überlässt der Verband dabei den Grundschulen. Ein vorgegebener Schlüssel regelt lediglich, wie viele Plätze jeder Bildungseinrichtung zustehen. Vor Problemen stand die Awo, als die NRW-Landesregierung das Budget für solche Bildungsprogramme kürzte. Das Sprachcamp in der Doppelstadt wurde deswegen ausschließlich aus Mitteln der Kommune, Stiftungen und Privatunternehmen finanziert. Beteiligt waren die Bürgerstiftung Rheda-Wiedenbrück, Gabriele Conert als Inhaberin der hiesigen McDonald’s-Filialen, die Stadt, die Reinhard-Mohn-Stiftung und die Awo selbst. Zusätzlich wurde von den Eltern der Kinder ein Unkostenbeitrag von zehn Euro erhoben.

Sechs Erwachsene betreuten die 41 Kinder, die auf zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Pro Gruppe kümmerten sich ein Theaterpädagoge, ein Freizeitpädagoge und eine Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache um die Jungen und Mädchen. „Der Betreuungsschlüssel ist hervorragend“, betont Campleiter Sven Werneke.

„Total motiviert“

An insgesamt zehn Tagen, jeweils von 9 bis 16 Uhr, erhielten die Kinder Sprachunterricht. Mahlzeiten und kreative Angebote am Nachmittag lockerten das Programm auf. Herzstück war die Vorbereitung des Theaterstücks. „Die Kinder sind total motiviert“, freut sich Rick Davids. „Die Gruppe hat Lust auf Theater und sie hat Freude daran, die deutsche Sprache zu erlernen.“

Intensive Betreuung in Kleingruppen

Beim spielerischen Unterricht hatten die Kinder reichlich Gelegenheit dazu. Beispielsweise sollten sie Bilder in Büchern beschreiben oder über vorgegebene Themen reden. Die Pädagogen hakten mit Fragen nach. „Die kleinen Gruppen ermöglichen dabei eine intensive Betreuung“, unterstreicht Werneke.

Sprachcamp zeigt Wirkung

„Wir bekommen immer wieder Rückmeldungen von den Schulen, wie sehr sich die Kinder in zwei Wochen Sprachcamp zum positiven verändert hätten“, berichtet Albers. Pädagoge Davids bestätigt die Beobachtung: „Durch das Theaterspielen gehen die Kinder viel mehr aus sich heraus.“

Am heutigen Freitag ist Premiere. Ab 14 Uhr zeigen die Kinder in der Aula der Brüder-Grimm-Schule am Burgweg, was sie in den vergangenen zwei Wochen mit viel Herzblut einstudiert haben. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung für alle offen.

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