Für 52-Jährige kommt jede Hilfe zu spät
Bild: Eickhoff
Für eine 52 Jahere alte Wohnungsinhaberin kam jede Hilfe zu spät. Feuerwehrleute konnten sie nur noch tot bergen.
Bild: Eickhoff

„Obwohl wir sofort nach unserem Eintreffen aufgrund entsprechender Hinweise die ganze Wohnung abgesucht und die Frau auch sofort gefunden haben, konnte die Notärztin nur noch ihren Tod feststellen“, berichtete der stellvertretende Stadtbrandinspektor und Einsatzleiter Wilhelm Baumhus. Nicht zum ersten Mal waren die Feuerwehrleute zu der Wohnung an der Straße „Im Schilffeld“ gerufen worden. Diesmal hatten die Nachbarn per Notruf mitgeteilt, dass sich die Frau vermutlich noch in der Wohnung befindet. „Wir mussten die Tür gewaltsam öffnen. Unter Atemschutz hat der Angriffstrupp dann die Wohnung durchsucht und die Frau aus dem primär betroffenen Zimmer gezogen“, informierte Baumhus. Außer den Löschzügen aus Wiedenbrück und Rheda waren auch drei Rettungswagen und das Notarzteinsatzfahrzeug alarmiert worden.

Weitere Bewohner verlassen Haus

Glücklicherweise hatten die übrigen zehn Bewohner bereits das Haus verlassen. Ein älterer Mann musste vorsichtshalber mit einem leichten Schock ins Krankenhaus gebracht werden. Die übrigen Bewohner wurden durch einen Seelsorger in einem benachbarten Schnellrestaurant betreut. Offenbar hatte es in dem betroffenen Wohnraum schon länger gebrannt, aufgrund der starken Hitzeentwicklung war der Putz bereits großflächig von der Wand gefallen. Auch die anderen Räume waren stark verrußt. Um auch die letzten Brandnester ablöschen zu können, mussten die Feuerwehrleute das Zimmer ausräumen und das Inventar ins Freie schaffen. Während ein Trupp im Innenangriff die Flammen löschte, war ein weiterer Trupp im Außenangriff damit beschäftigt, ein Übergreifen der Flammen auf die darüber liegenden Stockwerke zu verhindern. „Die Kunststoffprofile der Fenster waren teilweise schon geschmolzen,“ sagte Baumhus zu den Schäden. Die Räume über der Erdgeschosswohnung waren zunächst aufgrund des Brandrauchs nicht bewohnbar, die dort lebenden Menschen konnten sich selber eine Alternative suchen. Alle übrigen Hausbewohner konnten noch in der Nacht in ihre Wohnung zurückkehren.

Brandursache noch ungeklärt

Rund drei Stunden waren die Feuerwehrleute an der Einsatzstelle. Der Löschzug Rheda, der zunächst in Bereitstellung gegangen war, konnte schnell wieder einrücken. Als klar war, dass sich keine weiteren Personen mehr im Haus befanden und der Zimmerbrand unter Kontrolle war, konnten die „Roten Löwen“ abrücken. Die Polizei beschlagnahmte die Wohnung für weitere Ermittlungen, insbesondere zur Klärung der Brandursache. Obwohl es für die Feuerwehr schon mehrere Einsätze in der Wohnung gab, waren offenbar keine Rauchmelder in oder vor der Wohnung installiert. Das direkte Nachbarhaus des nun betroffenen Hauses war am 20. März 2007 in Brand geraten und so stark beschädigt worden, dass es neu aufgebaut werden musste. Am 1. November stand der hintere Teil eines eineinhalb-geschossigen Wohnhauses nur wenige Meter entfernt in Flammen und musste von einem Feuerwehr-Großaufgebot gelöscht werden.

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