Gartencafé erstrahlt in neuem Glanz
Bild: Bussieweke
Die alte Fassade ist Vergangenheit: Die Sanierung der Verzierungen an der Außenfassade des Gartencafés auf Schloss Rheda war längst überfällig. Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg zeigt, dass das alte Material bereits seine Farbe verlor und abblätterte.
Bild: Bussieweke

Schlossherr Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg begutachtet ein Stück der alten Fassade in seiner Hand. Dann blickt er hoch zum grau-rosa-farbenen Gartencafé. „So liebliche Farben“, sagt er bewunderungsvoll, und gibt damit auch ein Kompliment an den Tischler Matthias Schulte. Der hat die Front des Gebäudes komplett erneuert.

Verzierungen von Hand sind Vergangenheit

Um die Verzierungen zu gestalten, verwendete er neueste Stanztechniken. „Ursprünglich waren die Muster von Hand gestanzt worden, das geht mittlerweile deutlich effektiver“, erklärt Schulte. Für den Anstrich verwendete er spezielle Denkmalfarben.

Zum Ortstermin am Donnerstag war auch der städtische Baudezernent Stephan Pfeffer gekommen. Den Stil des Gartencafés kennt er gut. „Es ist orientiert am Goetheschen Gartenhaus in Weimar. Klar, es hat nur ein Drittel von dessen Größe, aber die Einflüsse sind deutlich erkennbar“, erklärt er.

Goethe ist Vorbild für Gebäude in Rheda

Was das bedeutet? Ein Bau im Stil des Klassizismus, der von etwa 1770 bis 1840 andauerte. Typisch für die bauliche Epoche seien unter anderem die feine Fassadengestaltung sowie klare, voneinander abgegrenzte Baukörper. „Und die Farben spielen auch eine Rolle, sie sind besonders hell. Es war eine heitere Zeit“, sagt Pfeffer.

Der Schlossherr hält noch immer das Stück der alten Fassade in der Hand und schüttelt leicht mit dem Kopf: „Die Restaurierung war wirklich dringend nötig.“ Seit der Landesgartenschau 1988 habe der Bau Stück für Stück unter den Witterungsbedingungen – Kälte, Wind und Regen – gelitten. „Mit diesem Anblick ist der tägliche Gang über das Gelände direkt noch ein bisschen schöner“, sagt der Fürst. Und den legt er häufig zurück, liegt doch die Orangerie direkt neben dem Gartencafé.

Bund übernimmt die Hälfte der Kosten

Damit der Hausherr nicht allein auf den Kosten sitzenbleibt, wurde ihm kräftig unter die Arme gegriffen. Die sich auf 400 000 Euro belaufenden Gesamtkosten der Restaurierungsarbeiten auf dem ganzen Gelände – unter anderem wurden auch der Schlossvorbau und die Brücke erneuert – wurde mit 200 000 Euro vom Bund gefördert.

Während die Gesellschaft die Köpfe in den Nacken legt und zur Fassade heraufschaut, stößt Matthias Fröhleke dazu. Er ist „General Manager“ beim IFT (Institut für Fenstertechnik) Rosenheim. Von der Situation vor Ort möchte er sich schon einmal ein Bild machen. Denn er ist – seit Mittwoch offiziell – ein Mieter, der das Gartencafé in Zukunft intensiv nutzen möchte.

Heiraten, Kultur genießen und jetzt auch weiterbilden

Sind die Räume derzeit noch hauptsächlich für Hochzeitsfeierlichkeiten sowie Kulturveranstaltungen vorgesehen, sollen in Zukunft immer mehr berufliche Weiterbildungen dort stattfinden. Dafür nehmen die Mitarbeiter des Instituts aus Rosenheim sogar den weiten Weg nach Rheda auf sich. „Das Hauptgebäude für Veranstaltungen bleibt die Orangerie, als Ergänzung bietet sich das Gartencafé aber hervorragend an“, sagt Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg.

Fröhleke nickt. „Das Schlossgelände ist eine historische Idylle. Wer hier nicht in Ruhe arbeiten oder abschalten kann, dem fehlt etwas“, bekräftigt er. Vor allem biete sich das Gartencafé wegen seiner verhältnismäßig kleinen Größe an. „Wir planen Schulungen für sechs bis zehn Teilnehmer. Da sollte man auch Räumlichkeiten in der passenden Größe zur Verfügung haben.“

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