Gartenzwerg Lehmann geht auf Reisen
Bild: Sudbrock
Der Blick über den Tellerrand beziehungsweise den Gartenzaun gehört für Kinderbuchautorin Jutta Maas und den von ihr erschaffenen Romanhelden zum täglichen Geschäft. Nach „Abenteuer in Alaska“ ist nun der zweite Band der Buchreihe um den Gartenzwerg Herrn Lehmann erschienen.
Bild: Sudbrock

Einmal hat die Pädagogin, die an der Osterrath-Realschule Wiedenbrück die Fächer Sport und Musik unterrichtet, den fiktiven Gartenzwerg Herrn Lehmann bereits mit auf Reisen genommen. Damals ging es für den putzigen Kerl, der bis dato seine Tage im Garten seiner griesgrämigen Besitzerin Frau Sauertopf verbrachte, nach Alaska. Im jetzt beim Nepa-Verlag erschienenen zweiten Teil der Kinderbuchreihe „Herrn Lehmanns Reisen um die Welt“ ist der naseweise Zwerg in Neuseeland unterwegs.

Land und Leute kennenlernen

Die fernen Länder, über die Jutta Maas schreibt, hat sie selbst bereist. Ihre Recherchen für den Neuseeland-Band zum Beispiel nahmen mehrere Wochen in Anspruch. Insgesamt war die aus Lippstadt stammende Lehrerin dreimal in dem Land am anderen Ende der Welt. Offen sein für Neues und mit einer positiven Grundhaltung durchs Leben gehen – das will die Autorin ihren jungen Lesern mit auf den Weg geben. „Denn ohne den Mut, sich auf Land und Leute einzulassen, hätte Herr Lehmann kein einziges Abenteuer erlebt“, unterstreicht die 61-Jährige.

Griesgrämige Frau Sauertopf

Dass der wissbegierige Zwerg überhaupt den Koffer packt und seine Besitzerin allein zurücklässt, hat einen triftigen Grund, wie man gleich zu Beginn des 150-seitigen Werks erfährt: die latent schlechte Laune von Frau Sauertopf. Mit spannenden Geschichten, die er überall auf der Welt sammelt, will er nach seiner Heimkehr das Herz seiner Eigentümerin erwärmen. Und so viel sei vorweg genommen: Der Plan geht auf.

„Weil ein Gartenzwerg bereits bei der Passkontrolle am Flughafen ins Straucheln geraten würde, braucht Herr Lehmann natürlich einen menschlichen Begleiter“, erläutert Jutta Maas das Grundgerüst ihrer Buchreihe. „Und der findet sich in Herrn Reisegern, dem Nachbarn von Frau Sauertopf. Bei ihm ist der Nachname wirklich Programm.“

Prominente Unterstützung

Für ihr Buchprojekt hat sich die Realschullehrerin prominente Unterstützung geholt. Für die Illustration zeichnete Saskia Gaymann, Tochter des bekannten Cartoonisten Peter Gaymann, verantwortlich. Die parallel veröffentlichte Hörbuchversion las Henning Krautmacher, Frontmann der Gruppe „Höhner“ und ein langjähriger Wegbegleiter von Jutta Maas. Zurzeit ist die Autorin übrigens wieder auf Weltreise, um Stoff für den geplanten dritten Teil der Serie zu sammeln. Es bleibt also spannend.

Das längste Wort der Welt

Seit Herr Lehmann mit Herrn Reisegern in Neuseeland war, kennt er das längste Wort der Welt: Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu nennen die Maori einen 300 Meter hohen Hügel zwischen Hastings und Dannevirke in der neuseeländischen Region Hawkes Bay. Der aus 92 Buchstaben bestehende Name bedeutet übersetzt: „Der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der Berge hinabrutschte, emporkletterte und verschluckte, bekannt als der Landfresser, seine Flöte für seine Geliebte spielte.“ Meistens ist er aber selbst den neuseeländischen Ureinwohnern zu lang, weshalb sie den Berg kurz als Taumata bezeichnen.

Kiwis und Kiwis

Dass Kiwis nicht nur kleine, runde Früchte mit pelziger, brauner Schale sind, hat Herr Lehmann während seines Abenteuerurlaubs „down under“ ebenfalls gelernt. Kiwis nennen sich die Neuseeländer nämlich auch selbst – und eine Schuhcreme sowie eine Vogelart mit dem Namen gibt es auch.

Wolle für 17 Pullover

Am anderen Ende der Welt hat der Zwerg aus dem Garten von Frau Sauertopf zudem Bekanntschaft mit einem Schafscherer geschlossen, der unterwegs zu einem Wettbewerb in Masterton war. Der berichtete dem erstaunten Herrn Lehmann von einem Schaf namens Shrek, das vor Jahren zu Marketingzwecken auf einer riesigen Eisscholle geschoren wurde, die sich von der Antarktis gelöst hatte. Shrek war ein ganz besonderes Exemplar seiner Zunft: Denn das Tier hatte sich sechs Jahre lang erfolgreich vorm Scheren gedrückt, weshalb sein Fell mittlerweile aus 27 Kilogramm Wolle bestand – genug Material für 16 Pullover. Und dann waren da noch die „Pupssteuer“ für Tierherdenbesitzer, die angsteinflößende Begrüßungszeremonie der Ureinwohner, der Besuch beim größten Baum Neuseelands und die Begegnung mit einem lustigen Pinguin – aber das kann Zwerg Lehmann am besten selbst erzählen...

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