Gasthof Klein wird Flüchtlingsdomizil
Bild: Sudbrock
Neues Leben soll ab Juni in die ehemalige Gaststätte Klein einziehen. Den Umbau zum Flüchtlingsdomizil stellten am Donnerstag (v. l.) Burcu Öcaldi, Alexander Löhner und Ralf Brinkmann vor.
Bild: Sudbrock

Welche Umbaumaßnahmen dafür ergriffen werden müssen, stellte die Stadt Rheda-Wiedenbrück als Eigentümerin des Gebäudes jetzt vor Ort vor. Demnach soll sowohl im Erdgeschoss als auch in der oberen Etage Wohnraum geschaffen werden für bis zu 44 Schutzsuchende. Dafür wird unter anderem der große Saal linkerhand des Eingangsbereichs umgestaltet. Wo ehemals Feierlichkeiten aller Art abgehalten wurden, entstehen zwei Einheiten mit je einem Wohn- und einem Schlafraum. Dort sollen jeweils sieben Personen unterkommen. In ein weiteres Quartier mit kombiniertem Wohn- und Schlafraum wird der frühere kleine Saal des Gasthofs umgewandelt. Es bietet künftig Platz für fünf Asylbewerber.

Unterbringung von Familien und Einzelpersonen

Vorgesehen seien die Wohneinheiten, die zwischen 36 und 56 Quadratmeter groß sind, für Flüchtlingsfamilien, erklärte Ralf Brinkmann, Bautechniker im städtischen Fachbereich Immobilienmanagement und Leiter des Projekts „Gasthof Klein“. „Im oberen Stockwerk wollen wir dann Einzelpersonen einquartieren.“ Dort sind neun kleinere kombinierte Wohn-Schlaf-Domizile für zwei bis vier Personen vorgesehen. Maximalkapazität des Obergeschosses: 25 Personen.

Der eigentliche Gastronomiebereich wird von der Umnutzung des Gebäudes unberührt bleiben. So soll der Ausschankraum künftig Platz bieten für gesellige Zusammenkünfte innerhalb der Hausgemeinschaft. Auch die Theke bleibe an ihrem Platz, sagte Brinkmann. „Bier wird dort aber selbstverständlich nicht mehr fließen“, scherzte der Bauexperte. Als weiterer Aufenthaltsraum soll das ehemalige Bewirtungszimmer rechts vom Eingang dienen. „Eventuell könnten dort auch Sprachkurse angeboten werden“, sagte Brinkmann. Für die Hausgemeinschaft zugänglich gemacht werden soll zudem die Küche.

Voraussichtlich Anfang Juni bezugsfertig

Ergänzend zu den vorhandenen Hygieneräumen sind auf dem Hinterhof der früheren Gaststätte Klein bereits zwei Container mit Toiletten und Duschen aufgestellt worden. Für die Firma Daake-Druck, die in einem Teil des Gebäudes ansässig ist, werde sich im Übrigen nichts ändern, betonte Brinkmann: „Dort bleibt alles wie gehabt.“

Voraussichtlich Anfang Juni wird der frühere Gasthof Klein bezugsfertig sein. 50 000 Euro legt die Doppelstadt dafür nach eigenen Angaben auf den Tisch. „Damit können wir mit relativ geringem baulichen wie finanziellen Aufwand eine sinnvolle Nachnutzung des Gebäudes sicherstellen“, sagte Ralf Brinkmann. Die Maßnahme an der Hauptstraße zwischen Rheda und Wiedenbrück ist nicht die einzige, die die Stadt hinsichtlich der aktuellen Asylbewerbersituation in den Stiel gestoßen hat. So hat die Kommune jüngst eine Flüchtlingsunterkunft in Holzständerbauweise für bis zu 60 Personen nahe des Feuerwehrgerätehauses in St. Vit errichten lassen. Kostenpunkt: 650 000 Euro.

Weitere Quartiere nur bei Bedarf

Für die gleiche Summe entsteht am Südring in Wiedenbrück auf Höhe von Schrott-Sasse derzeit ein weiteres Übergangsquartier – ebenfalls in Holzständerbauweise. „Auch dort können wir 60 Flüchtlinge unterbringen“, sagte Thomas Becher, Leiter des Fachbereichs Immobilienmanagement. Eine dritte Unterkunft wird aktuell in Rheda eingerichtet. Dort wird – ähnlich wie beim Gasthof Klein der Fall – die ehemalige Gaststätte Waage an der Portlandstraße umgenutzt und in Wohnraum für bis zu 25 Schutzsuchende umgewandelt. „Die Stadt tritt dort allerdings nicht als Eigentümerin auf, sondern lediglich als Mietern“, erklärte Becher. In einem Monat soll der Umbau abgeschlossen sein.

Was das weitere Vorgehen betreffe, so fahre man „auf Sicht“, sagte der städtische Immobilienmanager. Weitere Unterkünfte sollen demnach nur bei Bedarf entstehen. Die vorhandenen Flüchtlingsquartiere sollen derweil künftig regelmäßig von externen Sicherheitskräften angefahren werden. Ein entsprechendes Konzept sei in Arbeit, informierte Alexander Löhner von der Integrationsabteilung der Stadt.

SOCIAL BOOKMARKS