Geflüchteten sicheren Hafen bieten
Einwanderer aus Nordafrika stehen am Hafen von Malaga: 138 Kommunen in Deutschland haben sich bereits zu „Sicheren Häfen“ erklärt und stellen sich damit gegen die Abschottungspolitik der Europäischen Union. Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass Menschen auf der Flucht sterben. Ist bald auch Rheda-Wiedenbrück dabei?

Bielefeld, Münster, Halle und Gütersloh sind dabei. Nun regt der Grünen-Ratsherr Hermann Heller-Jordan an, es ihnen gleichzutun. Hinter der Kampagne steckt die „Seebrücke“, eine internationale Bewegung, die eigenen Angaben zufolge getragen wird von verschiedenen Bündnissen und Akteuren der Zivilgesellschaft. „Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und erwarten von der deutschen sowie europäischen Politik sofort sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder noch fliehen“, heißt es. „Kurz: weg von Abschiebung und Abschottung und hin zu Bewegungsfreiheit für alle Menschen.“

Auch Heller-Jordan empfindet die katastrophale Lage insbesondere in den griechischen Lagern als beschämend. „Leidtragende sind vor allem etwa 4000 Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern in Müll, Dreck und Kälte leben müssen“, sagt er. „Ein menschenrechtlich unhaltbarer Zustand - und das auf europäischem Boden.“ Der Grüne nennt Zahlen des Flüchtlingshilfswerks der Uno, wonach allein im vergangenen Jahr 1327 Männer, Frauen, Mädchen und Jungen den Tod bei der Flucht über das Mittelmeer fanden oder seither als vermisst gelten.

Also lädt der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen für Mittwoch, 18. März, zu einer Diskussionsveranstaltung in die „Gute Stube“ des historischen Rathauses in Wiedenbrück ein. Beginn ist um 20 Uhr. Der Abend ist überschrieben mit der Frage: „Soll Rheda-Wiedenbrück sicherer Hafen werden?“.

Man wolle einen Impuls setzen und werben für eine Migrationspolitik, „die viele als zivilisatorische Notwendigkeit bereifen und die von einer breiten Stadtgesellschaft getragen wird“, sagt Hermann Heller-Jordan. „Wir sind alle gefordert und können nicht mehr so tun, als ginge und das nichts an.“ Ein Ziel der Diskussion könnte sein, einen gemeinsamen Antrag an die Kommunalpolitik zu richten mit dem Anliegen, dass die Doppelstadt ein sicherer Hafen wird und sich zum Flüchtlingsschutz bekennt.

SOCIAL BOOKMARKS