Genauer Gebührenblick aus der Luft
Rheda aus der Vogelperspektive (ganz rechts im Bild das Schloss). Aber auch Wiedenbrück und die übrigen Stadtteile werden im Frühjahr überflogen und fotografiert, um die versiegelten Flächen zu ermitteln – für die Regenwassergebührenrechnung.

Ziel ist es, die komplette Stadt von oben zu fotografieren, um den Bestand an versiegelten Flächen zu ermitteln. Denn danach richtet sich die Regenwassergebühr, die von den Grundeigentümern zu zahlen ist. Für die „Gebührengerechtigkeit bei der Regenwasserabgabe“, sagt der Leiter des Abwasserbetriebs, Wolf-Uwe Schneider, bedürfe es einer neuen Datengrundlage. Die zurzeit noch gültigen Basisdaten stammten aus Mitte der 1990er-Jahre und beruhten weitgehend auf Selbstauskünfte der Grundbesitzer, denen Fragebögen zugeschickt wurden.

Seitdem seien zwar immer wieder mal Stichproben vorgenommen worden. Aber das werde immer schwieriger, nicht zuletzt weil die Aufgaben des Eigenbetriebs stetig zugenommen hätten, der Personalbestand hingegen nicht. „Wir sind nicht hinter den letzten zehn Quadratmetern versiegelter Fläche her“, rechtfertigt Schneider die rund 130.000 Euro teure Datenermittlung von oben. Aber es habe in den vergangenen 16, 17 Jahren jedoch „große Veränderungen“ gegeben, die nicht mit jeder Baugenehmigung auch beim Abwasserbetrieb auf den Schreibtisch gelandet sind. Vielleicht sei von den Grundeigentümern auch „manches vergessen worden“, will der Betriebsleiter jedem die Gelegenheit geben, seine für das Regenwasserkanalnetz bedeutsamen Flächen nachzuhalten und zu melden.

Einen erheblichen Teil der für das Regenwassernetz wirksamen Flächen machen die öffentlichen Straßen und Wege aus. Stadt und Kreis können zur Kasse gebeten werden, Land und Bund aber nicht – „noch nicht“, hofft Wolf-Uwe Schneider auf eine Änderung der Rechtsgrundlage. Für 2014 wird in Rheda-Wiedenbrück eine Regenwassergebühreneinnahme von insgesamt 3,7 Millionen Euro erwartet (einschließlich Straßenabgabe). Zugrunde gelegt werden dafür bislang 2,3 Millionen Quadratmeter befestigte Flächen und eine im kommenden Jahr um fünf auf 88 Cent pro Quadratmeter steigende Gebühreneinheit.

Die Auswertung der im Frühjahr an voraussichtlich nur zwei Tagen zwischen 10 und 15 Uhr aufgenommen Luftbilder übernimmt ein Ingenieurbüro, das auch eine Datenbank daraus erstellt. Grundeigentümer bekommen dann Post vom Abwasserwerk mit der Bitte, die ermittelte versiegelte Fläche zu überprüfen, zu bestätigen oder Korrekturangaben zu machen. Die Luftbildauswertung sei aber „sehr zuverlässig“, weiß Schneider. Er hat es in seinem Wohnort Warendorf selbst schon erfahren: „Da passte es auf den Quadratmeter genau.“

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