Georgier zu Bewährungsstrafe verurteilt

Der Asylbewerber aus Georgien war zwei Monate vorher in Deutschland gelandet, ohne festen Wohnsitz, aber bereit zur Kriminalität, Tenor: „Ich brauchte Geld.“ Mit einem russischen Komplizen drang er am helllichten Nachmittag in eine Wohnung im Rhedaer „Dichterviertel“ ein. Geübt hatte er mit einem Schraubenzieher die Tür aufgebrochen. 6000 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von 4000 Euro packte er ein. Gestern stand der Georgier ohne Kumpel vor dem Schöffengericht Gütersloh.

Vier der sechs Monate „Deutschlandaufenthalt“ hat der 21-Jährige, zuletzt in einer Oelder Notunterkunft gemeldet, hinter Gittern erlebt, ob er darob einsichtiger geworden ist? Die Richterin hegte Zweifel. Der berufslose Angeklagte ließ offen, warum er in Rheda-Wiedenbrück in einer bestimmten Wohnung „fündig“ wurde. Möglich: Sein russischer Komplize hat den Tatort schon früher ausgespäht. Die Hälfte des Goldschmucks und des Bargelds, behauptete der Georgier, habe er auf der Flucht verloren. Die Richterin vermutet, dass er schon am Tatort mit seinem Kumpel „halbe-halbe“ machte.

Ein Landsmann war von der Justiz aus Münster zu Hilfe gerufen worden. Jedes deutsche Wort musste mühsam ins Georgische übersetzt werden. Die beraubte Hausfrau und Zeugin, deren Wertsachen und eine von der verstorbenen Mutter geerbte Barschaft erbeutet wurden, brach in Tränen aus, als sie beteuerte, dass von dem in 30 Ehejahren gesammelten Schmuck nur die billigen Modeassessoires von der Polizei übergeben werden konnten. Der Asylbewerber erklärte hingegen selbstbewusst, beim Schlagaustausch mit der Polizei wären wohl Bargeld und Goldketten „verloren“ worden.

Die Zivilstreife vom 23. Dezember 2011 – eine Polizistin und ein Polizist – hörte gespannt zu, es saß in der ersten Reihe im Gerichtssaal. Der 35-jährige Hauptkommissar schilderte penibel, wie er mit Pfefferspray den 21-Jährigen nahe des St.-Elisabeth-Seniorenheims dingfest machte. Fazit: ein Jahr Gefängnis. Der 21-Jährige habe drei Jahre Zeit, sich zu bewähren, betonte die Richterin. Aber wohl nicht in Deutschland. Die Abschiebung in die georgische Heimat sei wahrscheinlich, meinte sein Dolmetscher.

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