Glaube macht Spaß: 16 Taufen im Freibad
Bild: Werneke
Nichtschwimmerbecken statt Taufstein: Im Freibad Rheda taufte Pfarrer Michael Hayungs Sandro von Ow und Lea Ruhe am Sonntag.
Bild: Werneke

Rund 500 Gäste waren der Einladung gefolgt und erlebten, wie 16 Menschen zwischen vier Monaten und 30 Jahren das Sakrament der Taufe empfingen. Für den Gottesdienst mit dem Gemeinde-Pfarrteam war eine Bühne aufgebaut worden, getauft wurde an vier auf dem Gelände verteilten Tischen und sogar im Nichtschwimmerbecken. Pfarrer Michael Hayungs tauschte seine Albe gegen die weiße Hose, die er sich extra für diesen Anlass gekauft hatte, stieg ins Becken und taufte dort die Jugendlichen Lea Ruhe und Sandro von Ow. „Ich musste wenigstens nicht untertauchen“, kommentierte er später schmunzelnd das auch für ihn einmalige Erlebnis. Und der elfjährige Sandro bestätigte, dass das Wasser doch erschreckend kalt gewesen sei. „Ziemlich lang“ sei es ihm unter Wasser vorgekommen.

Glauben ist wie Schwimmen

 „Nun können sie sich fragen, was haben denn Taufe und Schwimmen miteinander zu tun?“, sagte Pfarrer Marco Beuermann und arbeitete in seiner Predigt heraus, warum der Ort für das Fest so geeignet sei. Dem Schwimmen und dem Glauben seien drei Aspekte gemeinsam: Man könne beides lernen, wenn man darauf vertraut, getragen zu werden, beides könne Spaß machen und einem das Leben retten, wenn man drohe unterzugehen. Die Taufe sei ein Gottesgeschenk, das die Menschen verbinde, betonte Presidente Pastor Carlos Duarte von der Lutherischen Kirche. Der hohe Besuch aus Argentinien ist zurzeit mit Pastor Daniel Edgardo Simoes von der Pfingstkirche in Deutschland zu Gast. Gemeinsam gesungene Kanons und flotte Klänge des Rainbow-Gospelchors trugen zur fröhlichen Atmosphäre des Gottesdienstes bei.

Kirche erleben 

„Ich finde, das ist Kirche erleben“, zeigte sich Beate Henke, Küsterin der Stadtkirche, angetan von der unkonventionellen Feier. Gerne nahm sie mit manch anderem die Gelegenheit zur Tauferinnerung wahr. Bei dem außergewöhnlichen Fest wundert es nicht, dass der kurzentschlossenste Täufling noch am Wochenende ins Boot geholt wurde. Pfarrer Rainer Moritz hatte die E-Mail-Anfrage gelesen und prompt reagiert.

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