Großfamilie Fritsch hält zusammen
Generationenübergreifendes Wir-Gefühl: Josef Komainda, Eva Fritsch, Margarete Fritsch, Anna Sophie Fritsch, Ewa Fritsch, Carl-Lennart Fritsch und Josef Fritsch (v.l.) sind ein eingespieltes Team, in dem jeder auf den anderen zählen kann.

Aus der Taufe gehoben hat die Auszeichnung Professorin Dr. Ulrike Detmers, Mitglied der zentralen Unternehmensleitung und Sprecherin der Gütersloher Großbäckerei. Der Sozialpreis soll verdeutlichen, dass das Wir-Gefühl eine Vorrangstellung verdient. Er soll offene Lebensmodelle zeigen, in denen die Menschen füreinander da sind, sich gegenseitig helfen, fördern und demokratisch-liberal miteinander umgehen.

Beispielhafte gegenseitige Hilfe

Beispielhaft lebt dies die siebenköpfige Familie Fritsch. Helfende Hände sind dort seit Generationen überliefert, und sie gelten in der Spätaussiedlerfamilie als kultureller Wert. Mit der Zuwanderung aus Schlesien in die Bundesrepublik Deutschland lebt die Tradition des Zusammenstehens weiter. Alle beschreiten einen gemeinsamen Weg, auf dem sie fleißig arbeiten und berufliche sowie alltagstaugliche Fähigkeiten erwerben. Sie haben sich eine straffe Selbstorganisation aufgebaut, damit alle Belange der Angehörigen bestmöglich bewerkstelligt werden. Alles wird ziemlich zügig entschieden und in die Tat umgesetzt.

„Wir sind füreinander da“

„Wir unterstützen einander und sind einfach füreinander da. Durch das Vertrauen, das wir zueinander haben, ist es einfach, einander zu helfen und bei Bedarf um Hilfe zu bitten“, betont Margarete Fritsch. Sie absolvierte zwei Studiengänge, den ersten 2001 zur Diplom-Übersetzerin. Das Aufbaustudium „Internationales Marketing“ schloss sie 2005 an, um im internationalen Vertrieb arbeiten zu können. 2005 und 2008 wurden ihre Kinder Carl-Lennart und Anna Sophie geboren.

Unterstützung sichert Job

Dank des Zusammenhalts konnte sich die Mutter beruflich etablieren. Dienstausfälle muss sie nicht fürchten. Ihre Eltern pflegen bei Krankheitsfällen die schulpflichtigen Enkel. Die Großeltern und die Schwester waren stets zur Stelle, auch als die später Alleinerziehende weiter an ihrem beruflichen Werdegang feilte, um das Familieneinkommen zu erwirtschaften. Bei Arvato Bertelsmann in Gütersloh arbeitet sie aktuell in der Kundenbetreuung im internationalen Vertrieb.

Der Zusammenhalt, an dem ihre Eltern Josef und Ewa Fritsch, ihre Schwester Eva Fritsch und deren Lebensgefährte Josef Komainda teilhaben, hat es Margarete Fritsch nach der Trennung von ihrem Mann ermöglicht, Arbeit und ein Dach über dem Kopf zu finden. Sie halfen ihr, sich ein neues Zuhause herzurichten. Die Eltern könnten nach den Worten ihrer Tochter fest mit Hilfe rechnen, sollten sie gebrechlich werden.

2500 Preisgeld von Mestemacher

Der in diesem Jahr erstmalig von der Mestemacher-Gruppe bundesweit ausgeschriebene Preis „Gemeinsam leben“ wird in vier Kategorien vergeben. Jeder Sieger darf sich über ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro freuen. Außer den Rheda-Wiedenbrücker Siegern in der Kategorie „Großfamilie“ haben der Übersee-Club Hamburg in der Sparte „Anderer Lifestyle-Modell-Typ“, das Mehrgenerationen-Haus „Pusteblume“ in Halle-Neustadt an der Saale („Institutionalisierte Mehrgenerationenhäuser“) sowie das generationenübergreifende Wohnprojekt Marthastraße im Nürnberger Stadtteil Mögeldorf („Wohngemeinschaften“) überzeugen können.

Auswahl mittels Punktesystems

Die Auswahl ist nach Auskunft des Stifterunternehmens mittels eine Punktevergabesystems erfolgt. Dabei seien die relevanten Bewerbungsunterlagen differenziert mit Punkten bewertet worden. „Gemeinsam leben“ ist nicht der einzige Preis des traditionsbewussten Gütersloher Familienunternehmens. Seit 2002 werden die „Managerin des Jahres“ und seit 2006 der „Spitzenvater des Jahres“ ermittelt.

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