Grüne wollen Ems als Stromquelle nutzen
Bild: Nienaber
Die Rheda-Wiedenbrücker Bündnisgrünen wollen an der Ems in Höhe der Langen Straße/Auf der Schanze ein Wasserkraftwerk zur Erzeugung elektrischer Energie ermöglichen.
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 Als Standort schlagen die Grünen den Bereich Lange Straße/Auf der Schanze vor. Hier gebe es bereits ein nicht mehr genutztes Wehr, auf dem man bei der Errichtung eines Wasserkraftwerks aufbauen könnte. In der Nachbarstadt Rietberg soll ein Wasserrad zur Stromerzeugung in Höhe des Nordtors im Bereich des „Lind-Hotels“ durch einen privaten Investor installiert werden. „Mit Blick auf die schnell voranschreitende Erderwärmung macht es Sinn, möglichst bald zur energieautarken Kommune zu werden und verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen“, schreiben die Bündnisgrünen in ihrem Antrag. Außer umweltfreundlich produziertem Strom und neuen Arbeitsplätzen bringe ein Wasserkraftwerk an so exponierter Stelle in der Wiedenbrücker Innenstadt weitere Vorteile mit sich, erläuterte Grünen-Ratsherr Peter Rentrup. Er könnte sich zusätzliche Gastronomiebetriebe im Bereich des Wasserrads vorstellen, was aus touristischer Sicht zur weiteren Attraktivitätssteigerung der Stadt beitrage.

Stadtverwaltung verhalten

Eher verhalten stand die Stadtverwaltung dem Vorstoß der Grünen in ihrer Stellungnahme gegenüber. Tiefbauamtsleiter Michael Duhme gab zu bedenken, dass Planung und Standortsuche für das Wasserkraftwerk von einem externen Büro geleistet werden müssten. Mindestens 20 000 Euro seien dafür einzukalkulieren. Grundsätzlich eigne sich die Ems zwar zur Wasserkraftnutzung, eine entsprechende Anlage stelle jedoch einen „erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft“ dar. Weil der Wasserstand der Ems übers Jahr stark variiere, sei auch mit unterschiedlichen Energieausbeuten zu rechnen, sagte Duhme. Die Grünen selbst waren es, die den Antrag stellten, das Thema von der Tagesordnung abzusetzen. Sie bemängelten, dass es die Stadtverwaltung versäumt habe, den Ausschussmitgliedern wichtige Hintergrundinformationen zu dem geplanten Projekt an die Hand zu geben. Erst wenn diese Wissenslücke geschlossen worden sei, mache es Sinn, sich über den Bau eines Wasserkraftwerks zu unterhalten, sagte Peter Rentrup.

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