Grünes Licht für Lidl-Bau in Wiedenbrück
Bild: Sudbrock
Für die Errichtung des Lidl-Markts an der Bielefelder Straße soll in Kürze die komplette Baugenehmigung vorliegen.
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Der heimische Investor, der die Supermarktimmobilie errichten lässt, um sie dann langfristig an die europaweit tätige Discounterkette zu vermieten, kann in Kürze mit der Zustellung der Baugenehmigung rechnen. Nachdem die Bezirksregierung Detmold die dafür erforderliche Flächennutzungsplanänderung bereits am 9. Mai – und damit deutlich früher als gedacht – genehmigt hatte und nun auch der Stadtrat seine finale Zustimmung erteilt hat, besteht vollumfänglich Rechtssicherheit. Bislang lag dem Investor lediglich eine Teilbaugenehmigung vor, mit der zwar viele, aber längst nicht alle Arbeiten auf dem Areal zulässig waren.

Ohne Genehmigung einfach losgelegt

Bereits vor der Erteilung der Genehmigung durch die Stadt waren die Bauarbeiten für den Lidl-Markt vor einigen Wochen gestartet („Die Glocke“ berichtete). Der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer bestätigte in der Ratssitzung am Dienstag, dass die Stadtverwaltung den Investor insgesamt dreimal habe auffordern müssen, die Arbeiten einzustellen, bis zumindest eine Teilbaugenehmigung vorliegt. Ein ordnungsrechtliches Verfahren sei noch anhängig.

Für die Bündnisgrünen hat der Lidl-Neubau auf dem früheren Thiel-Areal nicht nur deshalb einen faden Beigeschmack.

Viele Fragen unbeantwortet

„Warum muss ein solches Vorhaben nicht umfassend im Gestaltungsbeirat behandelt werden? Wieso kann sich der Investor seiner Sache so sicher sein, dass er schon vor der Erteilung einer Genehmigung an einer so zentralen Stelle ungestört mehrere Tage lang Fakten schafft?“ Diese Fragen bleiben aus Sicht des Fraktionsvorsitzenden Volker Brüggenjürgen nach wie vor unbeantwortet. Zugleich betonte er, dass seine Partei an der Stelle zentrumsnahes Wohnen favorisiere. „Supermärkte haben wir genug.“

Dirk Kamin (UWG) regte an, dass sich die Stadt künftig freiwerdende Flächen wie das alte Autohaus-Gelände sichert, um bei der Suche nach einer geeigneten Nachfolgenutzung das Heft des Handelns in der Hand zu behalten.

SPD befürchtet Leerstände andernorts

Kritik kam auch von der SPD. Man sei von Anfang an gegen die Umwandlung des Areals in einen zusätzlichen Einzelhandelsstandort gewesen, unterstrich Fraktionsvorsitzender Dirk Kursim. Das sei keine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung. „Die Leerstände in Gewerbeimmobilien, die wir dadurch andernorts produzieren, werden uns über kurz oder lang eines Besseren belehren“, sagte der Sozialdemokrat und verwies in diesem Zusammenhang auf die seit Jahren verwaiste Filiale des Max-Bahr-Baumarkts an der Hauptstraße.

CDU verweist aufs Einzelhandelskonzept

Uwe Henkenjohann (CDU) hielt dagegen, dass die Ansiedlung eines Lidl-Markts auf der früheren Thiel-Fläche mit Blick auf das vor einigen Jahren gemeinsam politisch auf den Weg gebrachte Einzelhandelskonzept für Rheda-Wiedenbrück folgerichtig sei. Gleichwohl habe er sich eine stärkere Einbeziehung des Gestaltungsbeirats bei Fassade und Architektur des neuen Discounters gewünscht.

Stadt sichert sich Verkehrsflächen

Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU) sagte, dass sich die Stadt an der Stelle 425 Quadratmeter für einen späteren Ausbau der Kreuzung Bielefelder Straße/Nordring/Ostring sowie für breitere Fuß- und Radwege vertraglich gesichert habe.

Bei 19 Ja- und neun Nein-Stimmen gab es für den Lidl-Neubau letztlich grünes Licht.

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