Gute Chancen für Interlübke-Sanierung
Stammsitz: Das Cor- und Interlübke-Markenhaus mit Ausstellung an der Hauptstraße in Wiedenbrück

„Die Firma hat außergewöhnlich viel Potenzial“, sagte Küpper. Am Montag hat Interlübke (35 Millionen Euro Jahresumsatz, 287 Mitarbeiter) beim Amtsgericht Bielefeld den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Zuvor war ein fünfköpfiger Gläubigerausschuss gebildet worden. Für die strategische Ausrichtung und die Leitung des Unternehmens zeichnet in Abstimmung mit Insolvenzverwalter Küpper weiterhin Geschäftsführer Leo Lübke verantwortlich.

Leo Lübke will kämpfen

In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung zeigte sich Lübke zuversichtlich, dass die Sanierung des ins Straucheln geratenen Herstellers hochwertiger Wohn-, Schlaf- und Esszimmermöbel gelingen wird. „Wir kämpfen um die Fortführung von Interlübke“, wird der Enkel des Firmengründers zitiert. Trotz Insolvenz soll die Neuausrichtung des Unternehmens ebenso wie die Produktion und die Entwicklung neuer Modelle für die Kölner Möbelmesse im Januar uneingeschränkt fortgesetzt werden, erklärte Lübke. Auch auf der am Dienstag gestarteten Büromöbelmesse Orgatec sei Interlübke wie geplant vertreten. Ziel sei es, bei Kunden und Lieferanten Vertrauen zu schaffen.

Betriebsfläche überdimensioniert

„Die Marke Interlübke genießt einen weltweiten Ruf, und die Nachfrage nach den meisten Modellen ist gut – das lässt hoffen“, teilte Insolvenzverwalter Küpper die Einschätzung des Firmenchefs. Dennoch gebe es viel zu tun, um die „nicht unerheblichen Probleme“ in den Griff zu bekommen. Um Kosten zu senken, müsste die für heutige Verhältnisse überdimensionierte Betriebsfläche verringert werden.

Tragfähiges Konzept bis Jahresende

Die im Juni beschlossene Freisetzung von 40 Mitarbeitern und die Ausdünnung des breitgefächerten Sortiments seien erste richtige Schritte auf dem Weg der Gesundschrumpfung von Interlübke gewesen. Bis Ende Dezember könnte ein tragfähiges Konzept stehen, das die Zukunft des 75 Jahre alten Familienunternehmens sichert, sagte Rechtsanwalt Küpper. Aktuell stehe aber die Wiederherstellung der Liquidität im Vordergrund. Rückstände bei den Gehaltszahlungen gebe es bisher aber nicht.

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