Haftbarkeit von Tönnies wird geprüft

Nachdem im Tönnieswerk in Rheda-Wiedenbrück massenhafte Coronafälle bekannt geworden sind, will NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Haftbarkeit des Fleischproduzenten prüfen lassen.

Zur Frage, ob das Unternehmen haftbar zu machen ist, sagte Laschet dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Freitag): „Es wird derzeit sehr genau geprüft, ob und gegen welche Regeln das Unternehmen verstoßen hat und wo es in Haftung genommen werden kann.“

„Arbeitsbedingungen waren bekannt“

Der Ministerpräsident verteidigte seine Regierung gegen die Kritik, zu spät gegen die Arbeitsweise der Fleischfirma vorgegangen zu sein. „Die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen waren bekannt“, sagte Laschet dem RND.

„Rot-Grün hat die Werkverträge eingeführt, die zum Problem geworden sind. Unser Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich hier als einziger mit wirklichem Nachdruck für eine Änderung eingesetzt.“ Für eine gesetzliche Änderung habe es jedoch keine Mehrheit gegeben, so Laschet. „Das muss man nüchtern einräumen.“

Hofreiter: „Kosten aus Privatvermögen zahlen“

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte den Unternehmer Clemens Tönnies im Nachrichtenportal Watson auf, für die Kosten des Corona-Ausbruchs selbst aufzukommen: „Wenn Herr Tönnies es ernst meint mit seiner Entschuldigung gegenüber den Menschen in seiner Region, dann erwarte ich, dass er die Kosten, die der Corona-Ausbruch bei Tönnies verursacht, aus seinem riesigen Privatvermögen bezahlt. Und sie nicht dem Unternehmen aufbürdet und dadurch seine Mitarbeiter weiter auspresst.“

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