Hauptschul-Schwäche zwingt zum Handeln
Dunkle Schatten: Erst kürzlich haben die Matthias-Claudius-Hauptschule in Rheda (Bild) und die Ketteler-Schule in Wiedenbrück neue Mensen für die Mittagsverpflegung erhalten. Im Fachausschuss am Dienstagabend wurde wiederholt der Ruf nach einer Gesamtschule laut.

Er stellte verschiedene Modelle vor, wie man Schule künftig gestalten kann. „Für die Ketteler-Schule gilt schon heute, dass wir über schulorganisatorische Maßnahmen nachdenken müssen, für die Matthias-Claudius-Schule gilt dieser Satz morgen“, machte Dr. Garbe deutlich, dass gehandelt werden muss.

Zweizügigkeit in Gefahr

Die Ketteler-Schule rutscht mit 27 Anmeldungen (im Vorjahr waren es noch 41) in die Einzügigkeit („Die Glocke“ berichtete). In der Matthias-Claudius-Schule (35 Anmeldungen) wurde die Zweizügigkeit gerade noch erreicht. Eine einzügige Hauptschule würde wohl nur zu halten sein, wenn sie für die soziale und kulturelle Entwicklung einer Gemeinde notwendig ist“, erläuterte Dr. Garbe zum gesetzlichen Hintergrund. Seine Einschätzung dazu: „Für Rheda-Wiedenbrück wird das eher nicht gelten.“ Er zeigte mögliche Konsequenzen auf. Theoretisch könne man beide Hauptschulen zusammenlegen. Der Experte würde es jedoch nicht empfehlen, „die Hauptschule schlicht laufen zu lassen“.

Ebenfalls denkbar: Die Realschule wird für Hauptschüler geöffnet. Hier jedoch warnte Dr. Garbe vor einem „Etikettenschwindel“, bei dem die Lehrer die Last zu tragen hätten, da der Schlüssel der Lehrerzuweisung an einer Realschule geringer als an einer Hauptschule sei. Bleiben drei Varianten: der Verbund einer Haupt- und Realschule, eine Gesamtschule und das Modell Gemeinschaftsschule. Die Politiker sind nun dazu aufgefordert, ihre Hausaufgaben zu machen, das Pro und Kontra abzuwägen.

Warnung vor Schnellschüssen

Im nächsten Schritt ist der Experte wieder am Zug und muss mit Blick auf eine favorisierte Variante zum Beispiel berechnen, welche Effekte diese auf andere Schulen hat und der Frage nach Raumsituation und Baukosten auf den Grund gehen. Für eine zusätzliche Gesamtschule sprach sich Willi Repke (sachkundiger Bürger und Bündnisgrüner) aus, derweil Matthias Hegel (FDP) vor „Schnellschüssen“ warnte. Michael Pfläging (CDU) wollte wissen, ob für die Gesamtschule eine andere Schule geopfert werden müsse.

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