Heile Welt in Winzighausen
Vielfalt im Maßstab 1:12: Eine Passantin stöbert in den Postkarten-Auslagen eines Schreibwarengeschäfts. Mitten in der Fußgängerzone steht ein gelber Eiswagen. Rechts am Bildrand leert ein Stadtstreicher seine Bierflasche. Nicht mal „en miniature“ ist die Welt noch ganz in Ordnung.

Der ganze Stolz der Miniaturisten ist die Stadt, die sie aus detailgetreuen Häusern im Kleinformat errichtet haben. Winzighausen ist ein Gemeinschaftsprojekt von 20 Mitgliedern eines nicht kommerziellen Internetforums. Seit drei Jahren bauen Teilnehmer aus Deutschland und Österreich an dem Projekt und versuchen, an unterschiedlichen Wohnorten mit reichlich Fantasie, einer gehörigen Portion Humor und mit viel Liebe zum Detail eine Miniaturenstadt zu erstellen, in der das Leben im Maßstab 1:12 so vielfältig dargestellt wird, wie im realen Leben – manches auch mit einem leichten Augenzwinkern.

Erste Präsentation vor internationalem Publikum

Die Krönung des Projekts ist die erste öffentliche Präsentation der Modellstadt im Rahmen der Miniaturenmesse „1zu12“ im A2-Forum. Sie ist die größte Ausstellung ihrer Art und findet nach elf erfolgreichen Jahren in Soest am 28. und 29. Mai erstmals in Rheda-Wiedenbrück statt. Mit dem Umzug in die Doppelstadt trägt Messe-Veranstalterin Barbara Leuchtenberger dem enorm gestiegenen Publikumsinteresse Rechnung.

Stadtbummel wird zum Erlebnis

Für zwei Tage erwacht die Miniaturenstadt Winzighausen zum Leben und bietet die Gelegenheit zu einem ausgiebigen „Stadtbummel“. Die Häuser sind so gestaltet, dass die Besucher bei einem Rundgang in die Gebäude hineinsehen können. Die Stadt steht auf einer Fläche von 2 mal 14 Metern.

Viel Liebe zum Detail

Die einzelnen Häuser haben die jeweiligen Erbauer in akribischer Heimarbeit gefertigt. Daher sind nur wenige Stunden Aufbauzeit erforderlich, um im A2-Forum eine belebte Miniatur-Fußgängerzone zu errichten, die beidseitig von Häusern und baulichen Gestaltungselementen wie Litfasssäulen, Springbrunnen, Ruhezonen, Parkanlagen und einigen Überraschungen gesäumt wird. In der Mitte der Stadt befindet sich ein Platz, der mit Krämermark, Rathaus und Kirche imposant in Szene gesetzt wird.

Auf engstem Raum

Die Winzighausener Minimeile umfasst derzeit 55 unterschiedliche Gebäude und 29 Marktstände. Diese Ausstellung gewährt Einblick in die kleine Welt auf engstem Raum. Durch das platzsparende Maß ist die Fantasie der Miniatur-Architekten in besonderem Maß gefordert. Es bedarf schon eines gewissen Geschicks und einer sorgfältigen Planung, um auf dieser kleinen Größe eine in sich stimmige Szene im Maßstab 1:12 entstehen zu lassen.

Das soziale Gefüge stimmt

„Winzighausen ist eine Stadt, in der man leben kann, in der man alles bekommt und in der auch das soziale Gefüge stimmt. Die kleine Stadt hat Modellcharakter, denn hier gelingt, wovon im Großen so manche Gemeinde nur träumen kann“, erläutert Brit-Märte Hörmann als Sprecherin der Bauherren von Winzighausen. „Für die gelungene soziokulturelle Mischung wurde der Stadt bereits die ,Goldene Dönertasche‘ verliehen, die nun in einer kleinen Vitrine den Platz vor dem Rathaus ziert.“

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