Ideen für Rhedaer Doktorplatz gesucht
Bild: Werneke
Zu neuem Leben erblühen soll der Doktorplatz in Rheda. Die Verwaltung schlägt vor, in einem ersten Schritt drei Büros einzubeziehen. Der zuständige Fachausschuss soll über diesen Vorschlag am Donnerstag beschließen.
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Von deren Ideen erhofft sie sich eine „gute Grundlage“ für die Erarbeitung einer Umgestaltungskonzeption. Allerdings müsste dazu zuvor der Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss grünes Licht geben, der am Donnerstag zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt. Wie die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage zur Sitzung darlegt, würde sie die Büros zeitnah beauftragen wollen, so dass diese über den Sommer an ihren Entwürfen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität arbeiten und nach der Sommerpause im Fachausschuss ihre Ergebnisse vorstellen können. Vielfältige Aspekte sollten dabei in ihre Überlegungen einfließen.

Planungsbüros beauftragen

Sie sollten sich Gedanken darüber machen, wie der Platz möglichst multifunktional gestaltet werden kann, so dass er den Anforderungen verschiedener Nutzer – einheimischen Bürgern ebenso wie Touristen und Kindern genauso wie Senioren – gerecht wird. Die zentrale Fläche in Rheda soll nicht nur alltagstauglich, sondern auch für Veranstaltungen wie etwa Kirmes und Märkte zweckmäßig sein. „Die Gastronomie soll Raum für die Außenbewirtung auf dem Platz bekommen und in ihren funktionalen Bedürfnissen unterstützt werden“, heißt es weiter. In den Blick nehmen sollen die Planer zudem den historischen Stellenwert und die Lage des Areals. Er sei eine „zentrale Nahtstelle“ zwischen Innenstadt, Altstadt und Schlosspark mit entsprechender Bedeutung. Die Verwaltung erwartet somit Vorschläge dazu, wie der Platz gestalterisch an „die (Kultur-)Achse zwischen Bahnhof und Schloss“ angebunden werden kann.

Bei der zeitgemäßen Umgestaltung komme nicht zuletzt dem „Spannungsfeld zwischen Barrierefreiheit und den historischen Materialien eine große Bedeutung zu“. Die Vorentwürfe sollen jeweils in einer Maximal- und einer kostenreduzierten Minimalvariante vorgelegt werden. Auf der Basis dieser Varianten möchte die Verwaltung auf dem Weg zur Erstellung einer Umgestaltungskonzeption im nächsten Schritt Anlieger, Wirte sowie alle Nutzer des Doktorplatzes in die weitere Diskussion einbeziehen und schlägt vor, nach der Mehrfachbeauftragung zu einer Bürgerversammlung einzuladen.

Einbettung in Stadtentwicklungskonzept

In der Stadtplanungsabteilung im Rathaus erwartet man, dass sich ein attraktiver Doktorplatz zugleich positiv auf das gesamte Zentrum auswirken kann. Die Erarbeitung eines Gestaltungskonzepts für den Doktorplatz wird deshalb auch als wesentlicher Aspekt bei der angestrebten Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek) für den Rhedaer Innenstadtbereich betrachtet. Es soll in dieses übergeordnete Strategiepapier mit aufgenommen werden. Der Auftrag zur Erarbeitung eines solchen Erneuerungskonzepts soll an ein Planungsbüro vergeben werden. So lautet der Vorschlag der Verwaltung, über den die Bauausschussmitglieder am Donnerstag ebenfalls zu beschließen haben.

Für Wiedenbrück war bereits 2012 ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept aufgestellt worden. Eines der Projekte daraus, das jetzt realisiert wird, ist die Aufwertung des Konrad-Adenauer-Platzes. Dafür fließen Landesfördermittel. Auch für den Doktorplatz will die Kommune beim Land NRW Förderung beantragen. Voraussetzung dafür ist, dass das Vorhaben in ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept für Rheda eingearbeitet wird. Ein solches Strategiepapier ist mittelfristig angelegt: Es soll, so heißt es in der Beschlussvorlage, dazu beitragen, „die Innenstadt Rheda nachhaltig zu stabilisieren und aufzuwerten. Die Attraktivität des Stadtkerns soll gesteigert, Funktionsverluste sollen vermieden und Leerständen soll vorgebeugt werden.“ Berücksichtigt werden soll insbesondere die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur.

Stärken-Schwächen-Analyse erstellen

Die Verwaltung schlägt vor, fünf Planungsbüros dazu aufzufordern, ein Angebot abzugeben. Das beauftragte Büro soll dann eine Stärken-Schwächen-Analyse erstellen. Die Experten würden bei ihren Überlegungen rund um Wirtschaft, Kultur, Wohnen, Arbeiten und Leben in Rheda übrigens nicht bei Null anfangen. Vorarbeiten wurden – wenn zum Teil auch schon älteren Datums – bereits geleistet durch den Masterplan 2020+, das Einzelhandelskonzept, dessen Fortschreibung zurzeit im Fokus steht, und eine Wohnraumstudie. Die Bürger sollen möglichst breit in die Entwicklung des Stadtentwicklungskonzepts einbezogen werden.

Die Mitglieder des Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschusses kommen am Donnerstag, 22. Juni, im großen Sitzungssaal im Rathaus Rheda zusammen. Die öffentliche Sitzung, die insgesamt 26 Tagesordnungspunkte umfasst, beginnt um 17 Uhr. Die Gremiumsmitglieder werden unter anderem über das weitere Vorgehen bezüglich der Doktorplatzplanungen abstimmen. Zugleich sind sie dazu aufgefordert, einen Beschluss über die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts für den Innenstadtbereich Rheda zu fassen.

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