Im Fahrstuhl von sich begeistern
Bild: Inderlied
Startklar: Nur eine Fahrstuhlfahrt Zeit geben (v. l.) Wirtschaftsförderin Nikola Weber, Aleksandra Blagojevic (Pro Wirtschaft GT), Nillja Wagner, Mario Frisch, Daniel Reckersdrees, Jonas Dallmann, Timo Langehenke, Anna Niehaus (Pro Wirtschaft GT), Annabel Reckmeyer und Johannes Granas den Teilnehmern bei der Kurzpräsentation am 26. November im Rathaus Rheda.
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Beim sogenannten Elevator Pitch, dem Vorstellungsgespräch im Fahrstuhl, lädt die Stadt Rheda-Wiedenbrück gemeinsam mit der Förderungsgesellschaft Pro Wirtschaft GT für Montag, 26. November, von 18 bis 20 Uhr Selbstständige, Gründer und junge Unternehmer dazu ein, mit Hilfe von zwei Kommunikationsexperten am eigenen Auftritt zu arbeiten. „Der Gesprächspartner soll oben ankommen und denken: ‚Von diesem Menschen brauche ich unbedingt die Visitenkarte‘“, erklärt Nikola Weber, Wirtschaftsförderin der Stadt, die Grundidee.

Prägnanz gefordert

Dafür wird erst einmal Druck aufgebaut: Sobald die Türen des Fahrstuhls geschlossen sind, tickt die Uhr unerbittlich herunter. Und mit jedem Meter, den der stählerne Käfig nach oben schwebt, rückt das Ende der Kurzpräsentation näher. Da kann man schon einmal ins Stottern geraten oder völlig unwichtige Aspekte betonen.  „Jeder ist richtig gefordert“, sagt Nikola Weber, die von diesem Konzept aber vollends überzeugt ist. Schließlich erlebe jeder im Alltag oder im Berufsleben diese hastigen Situationen, in denen man sich und seinen Beruf in kurzen, prägnanten Worten vorstellen muss.

Oben angekommen, besprechen sich die beiden Coaches, ehe es wieder abwärts geht. Auf der Rückfahrt gibt es dann eine Rückmeldung mit konkreten Verbesserungsvorschlägen. Dabei achten die Kommunikationsexperten weniger auf den Inhalt der Präsentation, als vielmehr auf Mimik, Gestik und eine prägnante Ausdrucksweise. „Was kann ich besser machen, um in kurzer Zeit auf den Punkt zu kommen“, verdeutlicht Anna Niehaus von Pro Wirtschaft GT. Anschließend können sich die Teilnehmer in kleinen Runden mit Experten und Kollegen austauschen. Eindrucksvoll dürfte zu späterer Stunde das Ambiente im erleuchteten Rathaus werden. Nicht umsonst sprechen die Organisatoren von einem „Barcamp“, in dem nach dem Stress die Erholungsphase beginnt. 40 Fahrstuhlfahrten können die Organisatoren anbieten. „Mehr schaffen wir nicht“, erklärt Nikola Weber. „Sonst läuft der Fahrstuhl heiß.“

Netzwerker freuen sich auf Gespräche

Kooperationspartner, möglicher Kunde oder Sparrings-Partner: Außer der Fahrstuhlfahrt erwartet die Teilnehmer ein buntes Rahmenprogramm aus Informationsmarkt, kurzen Impulsvorträgen und Diskussionsrunden zu den Themen Finanzierung, Steuern, Recht und Marketing. „Es ist ein neues Format, das Spaß macht“, erklärt Daniel Reckersdrees von der Volksbank, warum sein Unternehmen als Partner mitmacht. Mit einigen Teilnehmern aus der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr stehe man immer noch in Kontakt. Es habe ihn überrascht, auf welche kreativen Geschäftsideen viele Teilnehmer kämen, ergänzt Johannes Granas von der Kanzlei Swietny, Granas, Döring und Collegen. Für ihn mache die Mischung die Veranstaltung attraktiv. Denn oft sei ein bestimmtes Thema interessant, aber ohne die Unterstützung aus einer anderen Branche käme man nicht weiter. „Vieles muss im Netzwerk passieren“, sagt Granas. Auf „schöne, lebendige Gespräche“ freut sich Nillja Wagner von der Agentur Foss und Haas. Es sei spannend zu sehen, welchen Hintergrund die Teilnehmer hätten.

Elevator Pitch eine Idee aus den 1970ern

Die englische Wortkombination Elevator Pitch bedeutet sinngemäß so viel wie „Aufzugspräsentation“ oder „Verkaufsgespräch im Fahrstuhl“. Die Idee stammt aus den USA. Er war ursprünglich in den 1970er-Jahren eine Idee amerikanischer Vertriebler mit dem Ziel, Kunden oder Vorgesetzte während einer Aufzugsfahrt von einer Geschäftsidee zu überzeugen. Die Präsentation dauert nur so lange, wie die Gesprächspartner mit einem Aufzug vom Erdgeschoss in den siebten Stock fahren: 30 bis 90 Sekunden. Vor allem junge und karriereorientierte Mitarbeiter nutzten bevorzugt diese wertvolle Zeit im Aufzug. Das besondere Merkmal ist die Länge: je kürzer, desto besser.

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