Innenstadtnahe Versorgung sichern
Bild: Werneke
Der aktuelle Leerstand des ehemaligen Baumarkts an der Hauptstraße ist nur ein Beispiel dafür, warum der Stadt und den Politikern grundsätzlich die Regelung der Sortimente ein wichtiges Anliegen ist. Allgemein wird durch eine Bebauungsplanaufstellung das Ziel verfolgt, die zentralen Versorgungsbereiche in den beiden Innenstädten zu sichern.
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 Der Ausschuss empfiehlt dem Rat einstimmig, die Verlängerung der bestehenden Veränderungssperre für den sich noch immer in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan Nr. 349 „Hauptstraße/Ringstraße“ zu beschließen. So will man, da der Plan noch nicht rechtskräftig ist, dennoch weiterhin Herr der Lage bleiben. Um zu verdeutlichen, wie wichtig dies ist, nannte Technischer Beigeordneter Gerhard Serges als ein Beispiel den aktuellen Leerstand im früheren Baummarktgebäude: „Jetzt macht uns unruhig, dass Max Bahr mit mehreren 1000 Quadratmetern leer steht.“  Es stehe die spannende Frage im Raum, was dort hineinkomme. Um die Einzelhandelsentwicklung planungsrechtlich zu steuern und eine endgültige Regelung der Sortimente zu erreichen, ist nach Auskunft der Stadtverwaltung bereits Ende 2008 der politische Beschluss gefasst worden, den Bebauungsplan Nr. 349 „Hauptstraße/Ringstraße“ aufzustellen. Er basiert auf dem Einzelhandelskonzept und dient dem Ziel, negative Auswirkungen auf die Hauptgeschäftszentren Rheda und Wiedenbrück zu vermeiden. Laut Verwaltung gelten die zwei Stadtteilzentren als zentrale Versorgungsbereiche, die es zu sichern gelte. Entsprechend will man verhindern, dass sich im Bereich am Feldhüserweg, dem dritten Einzelhandelsschwerpunkt und „gewichtigen Konkurrenzstandort“, Betriebe mit „zentren- und nahversorgungsrelevantem Sortiment“ ansiedeln oder vergrößern.

Veränderungssperre empfohlen

Seit dem Beschluss, den Bebauungsplan aufzustellen, hat sich einiges ereignet: Es gab 2011 ein Baugesuch, das zurückgestellt wurde. Später wurde eine Veränderungssperre erlassen. Voriges Jahr fand ein wesentlicher Eingriff in die Sortimentsliste des Einzelhandelskonzepts statt, wodurch sich nun aufgrund des Landesentwicklungsplans „Teilplan – Großflächiger Einzelhandel“ erneuter Regelungsbedarf ergibt. Gemäß diesem Plan dürfen bestimmte Sortimente wie Elektrogeräte, Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, Computer und Fotoartikel sowie Leuchten nur in den Innenstädten vertrieben werden. Das sind aber, so die Verwaltung, im Wesentlichen genau die Sortimente, die man in Rheda-Wiedenbrück 2013 aus der Liste der innenstadtrelevanten Waren herausgenommen hat. Bis dieser Widerspruch geklärt wird, geht Zeit ins Land und die Politik auf Nummer sicher: Sie möchte die Veränderungssperre, die im Juli 2014 abgelaufen wäre, um ein Jahr verlängern.

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