Installation mahnt zu mehr Achtsamkeit
Nur von kurzer Dauer ist die Installation von Dennis Josef Meseg gewesen.

Der Titel: „It is like it is“ („Es ist, wie es ist“). Das Werk sei inspiriert von der Coronakrise, sagt Meseg. Die Installation mahne zu mehr Achtsamkeit und Wertschätzung. Mehr Achtsamkeit und Wertschätzung sich selbst, seiner Umwelt und seinen Mitmenschen, Familie und Freunden gegenüber. „Wir sollten nichts als selbstverständlich erachten, stattdessen wahrnehmen, wie wertvoll alles um uns herum ist, und bedenken, wie schnell sich alles verändern kann“, erläutert Meseg.

Ein winziges Virus, zwanzigtausend Mal dünner als ein menschliches Haar, habe geschafft, „wovon die Großen und Mächtigen dieser Welt so gerne träumen“, meint der Künstler. „Es beherrscht alle Gedanken. Ausnahmslos.“ Niemand, egal aus welcher Bevölkerungsschicht und welchen Alters, komme in diesen Tagen am Thema vorbei. „Es verfolgt uns rund um die Uhr, bis in den Traum. Ein tödlicher Equalizer, der die Menschen gedanklich gleichschaltet und auf nie gekannte Art vereint in ihrer Angst, ihren Verlusten, ihrer Einsamkeit und Not.“

Die Installation „It is like it is“ soll das Unbegreifliche fassbar machen. Schaufensterpuppen, zu Beginn des Jahres noch in den Auslagen der Geschäfte die überbordende Fülle lebensbejahender, bunter Kleidung präsentierend, stehen nun einförmig beieinander, nur noch unterscheidbar in ihrer Körpergröße, „und umgeben von einer Aura der Hoffnungslosigkeit“, wie Meseg sagt. Das Flatterband dokumentiere die unüberwindbare Trennung, die das momentan eingeschränkte Leben und die Beschneidung der Grundrechte aller Menschen mit sich bringen. „Eine vertraute Gemeinschaft wird aufgelöst in eine Herde aus Individuen, alle separiert, und ein jedes sich sehnend nach vertrauter Nähe.“

„It is like it is“ zeige auf berührende Weise den hohen Stellenwert der Kunst, ist Meseg überzeugt. Schon im Alltag wichtig und wertvoll, sei sie gerade jetzt ein kostbares Element im Überlebenskampf der Gesellschaft. „Denn sie verbindet, wo keine Verbindung mehr besteht, und sie stärkt unsere Zuversicht, weil sie sichtbar macht, was als gesichtsloser, düsterer Spuk durch unsere Gedanken geistert.“

SOCIAL BOOKMARKS