Interlübke an Investoren verkauft
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Der traditionsreiche Möbelhersteller Interlübke ist an zwei Investoren verkauft worden. Leo Lübke wird sich als Gesellschafter und Geschäftsführer auf die Weiterentwicklung der Premium-Polstermöbelmarke Cor konzentrieren.

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Das Unternehmen fertigt seit 1937 vor allem Schlaf- und Wohnzimmermöbel für das Premiumsegment.

Der Kaufvertrag sei am Montag in einer Düsseldorfer Kanzlei unterzeichnet worden und trete mit sofortiger Wirkung in Kraft, bestätigte der bisherige geschäftsführende Gesellschafter Leo Lübke junior am Mittwoch. Damit befindet sich das traditionsreiche Unternehmen, das vor 77 Jahren von den Brüdern Hans und Leo Lübke senior in der Emsstadt gegründet worden war, ab sofort nicht mehr im Familienbesitz.

Neue Eigentümer glauben an Zugkraft der Marke

Die 237 Beschäftigten sind am Mittwochvormittag während einer Betriebsversammlung über den Eigentümerwechsel informiert worden. Die neuen geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Peter Rutishauser, ein gebürtiger Schweizer, und der in München lebende Dr. Richard Lenz stellten sich der Belegschaft vor und versicherten: „Wir sehen für Interlübke im Premiumbereich viel Potenzial. Die Marke strahlt eine hohe Zugkraft aus, die Produkte sind unverkennbar und bieten eine zeitlose, puristische Ästhetik.“

Noch keine konkreten Pläne für Neuausrichtung

Konkrete Pläne zur künftigen Ausrichtung des Möbelherstellers, der 2013 nur noch einen Umsatz von 26 Millionen Euro erzielte, verkündeten die beiden Investoren nicht. „Zwischen den Zeilen konnte man aber lesen, dass es ohne Umstrukturierungen oder Einschnitte für die Belegschaft nicht gehen wird“, sagte Betriebsratsvorsitzender Walter Picker. Dennoch sei die Stimmung unter den Kollegen gut. „Wir sehen in der Übernahme eine reelle Chance zum Neuanfang.“ Ohne Kapital von außen wären bei Interlübke demnächst womöglich endgültig die Lichter ausgegangen, sagte Picker.

Frisches Kapital soll Zukunft sichern

Der bisherige Eigentümer Leo Lübke sieht in dem am Montag besiegelten Verkauf die richtige Weichenstellung für die Zukunft des Möbelherstellers, der sich mit hochglänzenden Oberflächen, zeitlosem Design und hoher Qualität im Premiumsegment weltweit einen Namen gemacht hat. Durch das zusätzliche Kapital könne verstärkt in neue Produkte sowie den Ausbau des Vertriebsnetzes investiert werden.

Insolvenz vor zwei Jahren

Interlübke war vor zwei Jahren in die Insolvenz gegangen, hatte sich aber kurz darauf wieder auf dem Markt zurückgemeldet. An der damals neu gegründeten Lübke GmbH & Co. KG hielten Leo Lübke 90 Prozent und seine Mutter Rita-Maria zehn Prozent.

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