Interlübke auch nach Verkauf eigenständig

Axel Schramm, Unternehmer und Präsident des Verbands der Deutschen Möbelindustrie, hat die Mehrheit beim Rheda-Wiedenbrücker Möbelhersteller Interlübke übernommen.

Axel Schramm, Unternehmer und Präsident des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), informierte die 160 Interlübke-Mitarbeiter gestern im Rahmen einer Betriebsversammlung über den Einstieg. Die Kaufverträge wurden in der Nacht zu Dienstag unterzeichnet.

Engagement auf Dauer

Schramm ist selbst Chef eines Unternehmens mit 200 Mitarbeitern, das Matratzen und Betten produziert. Er betonte, dass sein Engagement auf Dauer angelegt sei. „Wir sind überzeugt, dass wir Interlübke langfristig in eine erfolgreiche Zukunft führen können“, sagte er.

Interlübke-Geschäftsführer Patrik Bernstein sieht in dem Einstieg Schramms eine gute Lösung. Schramm wie auch Interlübke seien Premium-Hersteller, die die selben Vertriebswege nutzten. Beide Unternehmen blieben komplett eigenständig.

Betriebsrat: „Das passt“

Interlübke-Betriebsratschef Walter Picker sieht die Übernahme ebenfalls positiv. „Das passt“, sagte er im Gespräch mit der „Glocke“. Die Belegschaft sei positiv gestimmt. „Interlübke war ein Familienunternehmen – und bleibt es künftig unter Schramm auch.“

Hoffen auf Exportgeschäft

Bernstein, der seit anderthalb Jahren Geschäftsführer bei Interlübke ist, erwartet im laufenden Geschäftsjahr wachsende Umsätze. „Wir haben uns bisher auf die Stärkung unseres Kernmarktes konzentriert“, sagte er, er hoffe künftig auf Impulse im Exportgeschäft. Dabei setzt Bernstein auf Synergien mit den Schramm-Werkstätten, die 35 Prozent des Umsatzes von 30 Millionen Euro im Ausland machen. Die Auftragslage bei Interlübke sei derzeit so gut wie seit vier Jahren nicht mehr. Der Umsatz bei den Rheda-Wiedenbrückern lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 20 Millionen Euro. 2011 lag er noch bei 35 Millionen Euro. H

inter Interlübke liegen schwere Zeiten. Das Unternehmen wurde 1937 gegründet. Der Durchbruch gelang 1962, als Interlübke eine neuartige Schrankwand vorstellte – in Endlosbauweise, mit variabler Inneneinteilung. 2012 schlitterte das Familienunternehmen in die Insolvenz, im Herbst 2014 folgte ein Besitzerwechsel, Arbeitsplätze wurden abgebaut.

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