„Jugend forscht“: Ratsgymnasiast erfolgreich
Findig: Leonard Brinkmeier vom Wiedenbrücker Ratsgymnasium hat mit seinem „Papier der Zukunft“ beim Wettbewerb „Jugend forscht“ im Landesentscheid den ersten Platz belegt.

Er gewann in der Sparte „Sonderpreis Umwelt“. „Das war bereits meine zweite Jugend-forscht-Arbeit“, verrät der smarte Heranwachsende im Gespräch mit der „Glocke“. Mit seinem ersten Projekt schaffte er es auf den zweiten Platz im Regionalwettbewerb 2018. Aufbauend darauf sei im Rahmen des Bio-Chemie-Kurses am Ratsgymnasium unter der Leitung von Ursula Schalück das umweltfreundliche Papier entstanden.

Altpapier mit Heustoff versetzt

Während eines freiwilligen Praktikums in den Sommerferien beim Hersteller Lenk habe er sein Vorhaben realisiert: „Ich konnte dort eigenständig mein Papier produzieren“, erklärt Leonard Brinkmeier. Zuvor waren ihm die Maschinen, Arbeitsschritte und die Berechnungsformeln erläutert worden. „Mein Arbeitsziel war es, Altpapier mit Heustoff zu versetzen, um zu untersuchen, wie es sich auf die Qualität des Papiers auswirkt.“ In aufwendigen Arbeitsprozessen stellte der 16-Jährige rund 100 Blätter her. Dabei experimentierte er mit verschiedenen Abmischungen der Rohstoffe. Pro Blatt ergab sich eine Arbeitszeit von etwa 30 Minuten.

Obwohl das umweltfreundliche Projekt abgeschlossen ist, will sich Leonard Brinkmeier auch weiter mit seinem „Papier der Zukunft“ beschäftigen. „Als nächsten Schritt überlege ich, wie man mein Papier aus dem Labormaßstab in die industrielle Fertigung verlegen kann.“ Seiner Meinung nach ist das mit Heustoff versetzte Produkt eine umweltfreundlichere Alternative zu den regulären Bögen und durchaus für die Massenproduktion geeignet. In der Zukunft will der Preisträger prüfen, ob dies aus finanzieller und ökologischer Sicht Sinn ergibt.

„Möchte die Natur so erhalten, wie sie uns gegeben ist“

Der 16-Jährige besucht die zehnte Klasse der Bildungsstätte an der Rektoratsstraße und interessiert sich schon seit Jahren für die Umwelt. „Ich war als Kind immer mehr draußen als drinnen“, blickt der Schüler zurück. Ihm sei es wichtig, die vorhandenen Rohstoffe effizient und ökologisch sinnvoll zu beziehen, sagt Leonard Brinkmeier. „Ich möchte die Natur so erhalten, wie sie uns gegeben ist und diese, wenn möglich, noch verbessern.“ In seinem Berufsleben möchte der Jugendliche bevorzugt die Bereiche Forschung und Handwerk miteinander vereinen. In Leverkusen erhielt er kürzlich von Bildungsministerin Yvonne Gebauer die Urkunde, die mit einem Preisgeld in Höhe von 250 Euro dotiert ist.

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